Treffen am 28. August in Bremen

Aufruf zur Beteiligung an Großeltern-Selbsthilfe-Initiative

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Hans-Henning Korell treibt aus persönlicher Betroffenheit heraus die Gründung einer Selbsthilfeinitiative von Großeltern voran, denen der Kontakt mit ihren Enkelkindern von den Eltern untersagt wird.

Morsum - Seit etwa drei Jahren habe er seine heute sechsjährige Enkelin nicht mehr sehen dürfen, obwohl er zu der Kleinen ein tolles Verhältnis habe, berichtet der 69-jährige Hans-Henning Korell aus Morsum.

Das von der Mutter des Kindes und deren Mutter – seiner einstigen Lebenspartnerin – betriebene Kontaktverbot will der Großvater nicht länger hinnehmen und nun mit Leidensgenossen eine Selbsthilfegruppe aufbauen, die den Namen „Opa im Abseits“ tragen könnte.

Das Gründungstreffen der entsprechenden Initiative ist für Dienstag, 28. August, anberaumt. Beim „Netzwerk Selbsthilfe“ an der Adresse Faulenstraße 31 in Bremen beginnt diese Zusammenkunft um 16 Uhr. Korell hofft auf interessierte Besucher aus Bremen und der gesamten weiteren Region in einem Umkreis von etwa 50 Kilometern.

Es gibt auch schon eine „Bundesinitiative Großeltern“, was beweist, dass es genügend andere Opas und Omas im Lande gibt, die mit ähnlichen Problemen wie der Morsumer zu kämpfen haben.

Sich gegenseitig unterstützen

Sich gegenseitig unterstützen, auch Anwälte, Therapeuten und Psychologen einzuschalten, die Hilfestellung bieten könnten – das wären für Korell mögliche Aktionsfelder der Bremer Gruppe betroffener Großeltern. Ebenso denkbar seien Petitionen an die Bundesregierung, Verbände oder Politiker, um auf eine Änderung des geltenden Umgangsrechts für Großeltern mit Enkelkindern hinzuwirken.

Aber es gelte auch selbstkritisch zu sein und bei der Suche nach Gründen für einen Kontaktabbruch eigenes Verhalten mit einzubeziehen, betont Hans-Henning Korell.

Ziel müsse sein, im Interesse der Kinder Beziehungen zwischen Eltern und Großeltern wieder zu normalisieren, da Enkeln durch völlige Kontaktsperren zu Oma oder Opa auch psychische Schäden drohten.

Monatliche Treffen der Selbsthilfeinitiative hält Korell zunächst für angebracht und ist schon gespannt darauf, wie viele Besucher zum ersten Treffen kommen.

Mal mit Stalking konfrontiert gewesen

Im Berufsleben war der heute 69-Jährige als Ingenieur bis zum Rentenalter Geschäftsführer einer Bremer Firma. Die Verbindung zur Familie seiner Tochter hat er nach eigenen Angaben auch auf Betreiben von Anwälten völlig verloren.

Er sei sogar mit einem Stalking-Verfahren konfrontiert gewesen und kenne den aktuellen Wohnort der Tochterfamilie nicht mehr. Auch ein dreijähriger Enkelsohn gehört neben dem Ehemann dazu.

Der Aufgabe, sein großes, früheres Bauernhofhaus in Morsum umfassend zu renovieren, sei er selber inzwischen nicht mehr gewachsen, räumt Korell ein und plant, dort neue Wohnungen einrichten zu lassen.

Ansonsten möchte er die Großeltern-Initiative noch einige Zeit weiter voranzubringen. Er könnte sich auch vorstellen, in seinem Fachgebiet Werkstofftechnik als Rentner beratend tätig zu sein und dabei langjährige Erfahrungen einzubringen.

Weitere Informationen zur Initiative, zu Ideen und weiteren Aktivitäten des 69-jährigen Morsumers sind unter www.hans-henning-korell.de zu finden. 

la

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