Erntejugend Blender bietet Einkaufsdienst und mehr an

Junge Leute helfen der älteren Generation

Ava Schröder hat mit ihren Mitstreitern die Nachbarschaftshilfe gegründet. Foto: Gefeke

Blender - Von Philipp Köster. Einige jüngere Mitmenschen haben in diesen Tagen heftig einstecken müssen. Es hagelte Kritik, weil sie die Warnungen vor dem Coronavirus in den Wind schlugen, sich in größeren Gruppen trafen, ja regelrechte Coronapartys feierten. Obwohl sie selbst potenzielle Überträger des mitunter tödlichen Virus sein könnten, schienen ihnen die Angehörigen der Risikogruppen, meist ältere und behinderte Mitmenschen oder solche mit Vorerkrankungen, egal.

Doch wie so oft, handelte es sich um Ausnahmen, die es aber darum in den Blickpunkt des medialen Interesses geschafft und durch ihr Verhalten erst die aktuellen Verschärfungen in Bezug auf die Sozialkontakte hervorgerufen haben, während die Vorsichtigen und Vernünftigen tatsächlich zu Hause bleiben.

Wenn diese Heranwachsenden, denen die Alten und Schwachen nicht egal sind, ausnahmsweise einmal hinausgehen, wollen sie Gutes tun. So etwa zehn bis zwölf junge Leute von der Erntejugend Blender. Sie haben sich ein Hilfsangebot ausgedacht, das sich in erster Linie an die älteren Mitbürger in der Gemeinde Blender richtet. Es umfasst Einkaufsdienste, aber auch das Abholen und Versenden von Paketen, Spazieren gehen mit dem Hund sowie Erledigungen in der Apotheke.

„Ich möchte nicht, dass meine Oma stirbt“, nennt Mitinitiatorin Ava Schröder ein ganz persönliches familiäres Motiv als Beweggrund.

Das Angebot zur Nachbarschaftshilfe funktioniert denkbar einfach: Die Mitmenschen, die Hilfe in Anspruch nehmen wollen, geben bei Ava Schröder ihr Anliegen telefonisch durch. „Ich schreibe zum Beispiel einen Einkaufszettel und poste den dann in unserer WhatsApp-Gruppe. Wer gerade Zeit hat, die Besorgungen zu machen, fährt los zum Einkaufsladen.“

Dabei handelt es sich bei Lebensmitteln & Co. ausschließlich um das Tante-Enso-Geschäft in Blender. „Wir wollen den Laden unterstützen“, erinnert Ava Schröder an den seit September bestehenden kleinen Supermarkt im Ort, der sich vor allem der Initiative der Bürger verdankt.

Die junge Frau ist angetan von dem – bezogen auf die überschaubare Größe – beachtlichen Angebot bei Tante Enso. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben eine Karte, die den Besuch 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche ermöglicht, zum Beispiel nach Feierabend. Damit haben sie Zutritt zum Laden, und es ist ein Guthaben auf der Karte eingebucht, mit dem die jungen Helfer die Bezahlung vorstrecken. Das Geld gibt es dann bei der Übergabe der Waren. Das genaue Prozedere vereinbaren die Partner miteinander.

Das Angebot richtet sich Ava Schröder zufolge vorzugsweise an Mitbürger in der Gemeinde Blender. Da es aber freundschaftliche Kontakte zu Mitgliedern der benachbarten Erntejugenden in Wulmstorf und Morsum gibt, könne ein Hilfegesuch auch weitergeleitet werden, stellt sie in Aussicht.

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