Spezialboot befreit Blender See von Gemeinem Hornkraut / Teilräumung

Jetzt müssen Profis ran

Auf einer eigens freigeschnittenen Uferstelle wird das „geerntete“ Hornkraut mit Hilfe eines Greifers auf bereitstehende Anhänger geladen.
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Auf einer eigens freigeschnittenen Uferstelle wird das „geerntete“ Hornkraut mit Hilfe eines Greifers auf bereitstehende Anhänger geladen.

Blender – Das Gemeine Hornkraut erobert den Blender See (wir berichteten). Gleich bei zwei Arbeitseinsätzen haben viele Blenderaner Bürger in den vergangenen Wochen versucht, zumindest den Badebereich von dem wuchernden Grünzeug zu befreien. Allein bei einer Aktion wurden fünf Treckeranhänger „geerntet“, doch die Seemitte, an der sich die Hornkraut-Teppiche derzeit bis zu einen Meter tief ins Wasser fressen, blieb von dieser Säuberungsaktion unberührt.

Darum mussten jetzt die Profis ran. Ein Spezialunternehmen aus Weyhe machte sich mit einem Mähboot, ausgerüstet mit einem Unterwasserrechen, ans Werk. Bürgermeister Andreas Meyer beobachtete die Szenerie und erklärte. „Wer glaubt, das wir jetzt den ganzen See komplett vom Hornkraut befreien können, der irrt. Es handelt sich um eine Teilräumung. Mehr haben die Absprachen mit dem Landkreis nicht hergegeben. Der See ist jedenfalls so durchkrautet, dass das Schwimmen lebensgefährlich sein kann.“

Die Menge an Schnittgut, die im Moment vom Bauhof abtransportiert wird, ist erheblich. Der Bootsmotor muss hörbar rödeln, um durch das dichte Geflecht zu dringen. An Land wird die Masse dann auf einem angrenzenden Feld getrocknet. Die im Volumen deutlich geschrumpfte Wasserpflanze wird danach auf der Deponie in Beppen entsorgt.

Andreas Meyer erklärt: „Es wurde höchste Zeit. Die unteren Bereiche des Hornkrauts beginnen bereits abzusinken. Und das wollen wir verhindern, damit der Seegrund nicht noch mehr verschlammt. Meyer weiß auch, warum sich dieses „Unkraut“ in diesem Jahr so explosionsartig vermehrt hat. „Der Nährstoffgehalt im See war im Frühjahr aufgrund der hohen Temperaturen zu hoch. Diese Nährstoffe boten eine ideale Wachstumsgrundlage und wurden vom Hornkraut aufgenommen – was wiederum sogar einen positiven Nebeneffekt hatte. Andreas Meyer: „Die Wasserqualität ist 1a. Wo kein Hornkraut wächst, kann man fast bis auf den Grund gucken. Die gute Wasserqualität sorgt auch dafür, dass es im See ausgesprochen viele Fische gibt.“

Mit der jetzigen Aktion ist es übrigens noch nicht getan. In wenigen Tagen rückt noch einmal ein weiteres Spezialboot nach Blender aus, das sich bei einem Probemähen bewährt hat und dessen Rechen noch weiter in die Tiefe greift, wodurch die Beseitigung des Hornkrauts noch effektiver ist. Nach Abschluss dieses Durchgangs hat der See dann wieder mehr Luft, und der Grund mehr Licht.

Dann dürften in etwa auch die 10  000 Euro verbraten sein, die der Gemeinderat für diese Arbeiten in diesem Jahr zur Verfügung gestellt hat. Andreas Meyer ist klar, dass die Gemeinde in den nächsten drei/vier Jahren jeweils noch mal in die Tasche greifen muss. „So lange dauert es laut Auskunft unserer Biologen, bis das Hornkraut endgültig weitgehend verschwunden sein wird.“

Ein Sonderlob hat der Bürgermeister übrigens für die beiden Landwirte parat, über deren Felder die schweren Maschinen von der Landesstraße aus über einige hundert Meter an das Seeufer rollen dürfen. Wir haben uneingeschränkt freien Zugang. Und auch das Freilegen des Uferbereichs an der Stelle, wo das Mähboot anlegt und der Greifer zum Abfischen postiert wurde, ist von den Landwirten unterstützt worden.“  sp

In großen Mengen wird das wuchernde Grün mit Hilfe eines Spezialbootes aus dem Blender See gefischt.

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