Auch Geflügelzüchter leiden unter Corona-Einschränkungen / Morsumer Schau abgesagt

„Jetzt bloß nicht auch noch die Vogelgrippe“

Heiner Meyer möchte, wie viele andere Geflügelzüchter auch, gerne seine Tiere ausstellen.
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Heiner Meyer möchte, wie viele andere Geflügelzüchter auch, gerne seine Tiere ausstellen.

Morsum – Die aktuelle Situation im Zusammenhang mit der Coronapandemie und dem Teil-Lockdown lässt eine Durchführung der lange geplanten und schon in aufwendiger Vorbereitung befindlichen 84. Geflügelschau in Morsum am 5./6. Dezember nicht zu.

Deshalb haben sich die Ausstellungsleitung und der geschäftsführende Vorstand einmütig dazu entschieden, dass die Schau in der gewohnten Weise nicht umzusetzen ist und abgesagt wird. Die Aussteller, die bereits ihre Tiere gemeldet haben, werden umgehend informiert und bekommen ihr bereits bezahltes Standgeld zurück.

Vorsitzender Heiner Meyer teilt mit, dass eine gezielte Vorbereitung trotz eines vorgelegten und genehmigten Hygienekonzeptes nicht durchführbar sei. „Schade für alle Züchterinnen und Züchter aus der Region und unsere ehrenamtlichen Kräfte, die schon sehr viel Zeit in die Vorbereitung gesteckt haben“, sagte Meyer, dem die Enttäuschung anzumerken war.

Die Rassegeflügelzüchter gehören seit einigen Jahren eh schon zu den Gebeutelten. So fielen zuletzt 2016 viele Geflügelschauen dem Aufstallungsgebot bei der jüngsten Vogelgrippe zum Opfer. „Davon haben sich viele Vereine nicht erholt.“ Meyer sprach damit die Auflösung des Geflügelzuchtvereins Langwedel in diesem Jahr an. Davor waren es Dörverden. Schwarme ist mit einer eigenen Schau auch nicht wieder auf die Beine gekommen.

Meyer weiter: „Dabei ist die Geflügelzucht ein altes Kulturgut. Und Interessierte an diesem Hobby gibt es viele. Uns aktiven Züchtern geht es eigentlich ganz gut“, räumte Meyer ein. „Die Coronakrise hat sogar was Positives für den Verein mit sich gebracht, Es gab einen guten Mitgliederschub. Neue Mitglieder, die sich im Frühjahr und Sommer eine kleine Hühnerschar für ihren Garten angeschafft haben, haben die Zahlen ansteigen lassen. Es sind zwar keine Züchter, aber gern gesehene Liebhaber von Geflügel in unserem Verein.“ Meyer äußerte die Hoffnung, dass aus Haltern vielleicht auch einmal Züchter werden, die sich dann mit seltenen Rassen beschäftigen.

Außer Corona schwebt ein weiteres Damoklesschwert über den Geflügelzüchtern – die Vogelgrippe. Nach den Ausbrüchen in Schleswig-Holstein gibt es auch schon Aufstallungsverordnungen in vielen Landkreisen in Niedersachsen. Im Landkreis Verden wird diese Maßnahme lediglich empfohlen. „Jetzt bloß nicht noch die Geflügelpest. Wir müssen uns jetzt penibel an die Vorschriften halten“, möchte Vereinschef Meyer seine Mitglieder sensibilisieren.

Er weist darauf hin, dass das Zuchtgeflügel nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden darf. Wildvögel dürfen keinen Zugang zum Wasser der Tränke, zum Futter, zur Einstreu oder zu weiteren Gegenständen, die mit dem Geflügel in Berührung kommen, haben. Unklare Krankheits- und Todesfälle im eigenen Geflügelbestand müssen unverzüglich von einem Tierarzt abgeklärt werden, und für jeden Tierbestand besteht eine Meldepflicht bei der Tierseuchenkasse.

Übrigens: Eine Geflügelschau dient nicht nur der öffentlichen Darstellung, sondern vor allem den Züchtern als Gradmesser für die weitere Zucht ihrer Tiere nach dem Standard des Bundes Deutscher Rassegeflügelzüchter. Außerdem geben die Schauen eine Möglichkeit zum Austausch von Tieren, um Zuchtlinien zu verbessern oder die Genetik aufzufrischen.

Als einen absolut letzten Strohhalm stellt der Morsumer Vorsitzende in Aussicht, dass man daran arbeite, den Züchterinnen und Züchtern, sowie den Jugendlichen aus dem Morsumer Verein die Möglichkeit einer Tierkörung zu bieten.

„Dieses wäre auch relativ kurzfristig möglich, ist aber mit den angekündigten Verschärfungen quasi ausgeschlossen“, so Heiner Meyer jetzt. Die Körung beschreibt Meyer eigentlich als unverzichtbar, damit die Züchterinnen und Züchter für das nächste Zuchtjahr gerüstet sind. Das neue Zuchtjahr beginnt für einige Hühnerzüchter immerhin bereits Ende Januar.  ha

Die Plakate für die große Schau waren schon gedruckt.

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