Brandschützer aus Dibbersen-Donnerstedt feiern 2015 kleines Jubiläum / Samtgemeinde-Feuerwehrtag am 27. Juni

90 Jahre Rettung von Leben und Hab und Gut

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Die Freiwillige Feuerwehr Dibbersen-Donnerstedt mit allen aktiven Mitgliedern, der Jugendwehr und der Altersabteilung, links Ortsbrandmeister Herbert Schwarz.

Dibbersen/Donnerstedt - Mit dem Datum 27. Septembers 1925 ging in den beiden Nachbardörfern Dibbersen und Donnerstedt die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in die Annalen ein. 22 Männer der ersten Stunde hatten sich dem Feuerschutz verschrieben.

Denn Feuerschutz und Retten von Leben, Hab und Gut stand in jedem Dorf an oberster Stelle. Das Gasthaus Wendt (später Zur Linde) steht als Gründungsort im Protokoll, erster Brandmeister war Friedrich Habenicht. Bei der Gründung war bereits eine Handdruckspritze von 1878 vorhanden, die damals bei der Pflichtfeuerwehr die Feuereimer aus Leder abgelöst hatte.

Nach 1925 wurden von den Brandschützern acht Rohrbrunnen angelegt. Bereits im nächsten Jahr waren die Kameraden gefordert, denn sie richteten das Amtsfeuerwehrfest bei der Gaststätte Wendt aus. Überlieferungen zufolge hatten sie dabei 341 Mark eingenommen. Es lief im Kameradenkreis auch manchmal etwas aus der Spur, denn beim Feuerwehrball waren sich wohl ein paar Blauröcke nicht „grün“, sie beteiligten sich an einer Keilerei, im Protokoll hieß es später: „Leider waren verschiedene dazwischen, die keinen Frieden halten konnten.“

Im Juni 1931 wurde es so richtig ernst für die Männer aus Dibbersen-Donnerstedt, in Riede brannten drei Häuser. Dabei wurde die Spritze durch das Pferdegespann von Hermann Bischoff gezogen. Anderthalb Stunden nach der Alarmierung traf das Gefährt mit den Blauröcken am Brandherd ein. Eine Stunde später, so wurde geschrieben, war die Feuerwehr Herr über das Feuer.

Im April 1942 wurde die erste Motorspritze angeschafft und nach zahlreichen Einsätzen 1958 durch eine modernere ersetzt. Auch die Kriegswirren machten vor Dibbersen und Donnerstedt nicht halt, die Feuerwehr war zum Beispiel 1942 gefordert, als die englische Luftwaffe das Haus von Major von Klencke in Brand schoss. Schnell stand das strohgedeckte Haus in Flammen. Als die unheilbringenden Flugzeuge verschwunden waren, konnte die Motorspritze auch nichts mehr retten.

Nachdem 1990 bereits die Planung begonnen und man sich endlich auf ein Grundstück an der Straße Dibberser Bahnhof, schräg gegenüber vom damaligen Vereinslokal Pabst, geeinigt hatte, konnte mit dem Bau des neuen Gerätehauses begonnen werden. Eingeweiht wurde es nach einem arbeitsreichen Jahr am 14. Januar 1995. 1996 stellten erstmals Frauen den Aufnahmeantrag, und mit Melanie Bätjer, Stefanie Ellmers, Gundi Bergmann und Christina Schwarz zogen nun die Frauen in die aktive Wehr ein.

Eine alte Handdruckspritze stiftete der Schrotthändler Walter Schmidt der Wehr. Sie fand schließlich in einem umgebauten Container ihren Platz. Auch die Geselligkeit kam in der Wehr nicht zu kurz, Ein Winterball, allerdings in den vergangenen Jahren mangels Räumlichkeiten nicht mehr, oder Kohlfahrten, heute gemeinsam mit dem Schützenverein, bereichern das dörfliche Leben.

Herbert Schwarz ist seit 2010 Ortsbrandmeister als Nachfolger von Heinfried Bergmann, der die Position 16 Jahre lang bekleidete. Der Wehr gehören aktuell 28 Aktive, darunter 11 Frauen, 8 Jugendliche, darunter 4 Mädchen, 19 Kameraden in der Altersabteilung und 12 fördernde Mitglieder an.

Das 90-jährige Bestehen wird nun am 27. Juni mit dem SG-Feuerwehrtag gekrönt, Kameraden, Angehörige und die Dorfbevölkerung feiern dann am nächsten Tag das Jubiläum.

jb

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