Naturschutz im Revier Ahsen-Oetzen

Hegerundfahrt im Biotop mit hohem Wasseranteil

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Viele beteiligten sich an der Hegerundfahrt durch Ahsen-Oetzen, darunter auch MdB Gero Hocker (ganz links).

Ahsen-Oetzen - Von Heiner Albrecht. Die 11. Hegerundfahrt der Jägerschaft Verden führte die Teilnehmer zum Hegering Wesermarsch, in das Revier Ahsen-Oetzen. Dort begrüßte der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Jürgen Luttmann Vertreter aus Politik, mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Gero Hocker und dem Bürgermeister der Gemeinde Thedinghausen Thomas Metz an der Spitze.

Außerdem waren Vertreter von Verwaltung, Landwirtschaft, Sponsoren und Jägerschaftsmitgliedern zugegen. Allen Teilnehmern stellte die Kreisjägerschaft im Rahmen einer Rundfahrt verschiedene Natur- und Artenschutzprojekte im Revier Ahsen-Oetzen vor. Die Revierpächter Dietz Römisch und Andreas Kühn hatten die Rundfahrt organisiert. Anschließend trafen sich alle Gäste im Gasthaus „Fährhaus“ noch zum Gedankenaustausch.

Das Besondere an dem Revier in Ahsen-Oetzen ist der große Wasseranteil mit einigen Kuhlen, Feuchtbiotopen und der Weser. Außerdem ist es mit 450 Hektar ein relativ kleines Revier. „Aber in diesem Revier hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan“, sagte Luttmann.

Der Hegefonds im Landkreis Verden besteht seit elf Jahren und wird mit der nächsten Maßnahme über die Millionenschwelle in den gesamten Fördermitteln kommen. Das freute Luttmann: „Aber wir sind noch längst nicht am Ziel.“

Andreas Kühn (links) erklärt wie das Biotop angelegt wurde.

Zurzeit laufe der Antrag für ein Vorhaben in der Fischerhuder Wümmeniederung und den Allerniederungen im Südkreis beziehungsweise im Lehrdetal, mit Lebendfallen gegen Beutegreifer im Zuge des Prädationsmanagements vorzugehen. Dieses Projekt werde mit einem Volumen von 135.000 Euro vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung kofinanziert.

Der Hegefonds sei ein Paradebeispiel für Naturschutz. In dieser Hinsicht hatte er auch im Revier Ahsen-Oetzen einiges für die Rundfahrtteilnehmer zu bieten. Auf hergerichteten Anhängern bugsierten die Revierinhaber die Teilnehmer zunächst zu einem vor zwei Jahren erst neu angelegten Feuchtbiotop.

Andreas Kühn erklärte, dass die Fläche zwei Privatpersonen gehört und dass die Hälfte des Biotops der Jägerschaft für Maßnahmen und Anpflanzungen zur Verfügung stehe. Der andere Teil werde sich selbst überlassen – so der Wille der Besitzerin.

Ehemalige Schuttkuhle

Die Fläche war früher eine nachweisbare alte Schuttkuhle, direkt am Weserdeich. Das Gelände liegt im Überschwemmungsgebiet und wurde mit großen Baggern auf Grundwassertiefe ausgekoffert. Das, was an früheren Hinterlassenschaften entsorgt werden konnte, hat die Jägerschaft entsorgen lassen. Und tatsächlich war an der tiefsten Stelle des Biotops noch ein wenig Wasser, während alle anderen Biotope ausgetrocknet waren. „Der Wasserstand hat mit dem Pegelstand der Weser zu tun“, erklärte Andreas Kühn. Aber rund die Hälfte der Anpflanzungen, die die Jägerschaft vornahm, sind Opfer der großen Trockenheit geworden. Obstbäume und andere heimische Gehölze müssen ersetzt werden.

Ein weiteres Indiz für den nachhaltigen Arten- und Naturschutz des Hegefonds ist die Förderung vieler Insektenarten. In einem ersten Schritt wurden im Jahr 2018 zehn große Insektenhotels in der Nähe von bisher angelegten Obstwiesen, Hegebüschen und Feuchtbiotopen aufgestellt. Zwei von diesen Insektenhotels stehen auch im Revier von Ahsen-Oetzen. Neben jedem Insektenhotel steht eine Informationstafel, auf der die Wirkungsweise des Hotels erklärt wird. Auch dieses Projekt wurde von der Bingo-Umweltstiftung gefördert. Abschließend stellte Bürgermeister Thomas Metz fest: „Eindrucksvoll, was die ehrenamtliche Jägerschaft alles für unsere Natur leistet.“

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