Von 190 auf 6 Mbit am Abend

Internet-Engpass in Einste: Wenn alle Netflix streamen, wird‘s problematisch

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Die Breitbandversorgung soll auch im ländlichen Raum gewährleistet sein.

Dirk von Salzen aus Einste hat seit ein paar Monaten einen richtig schnellen Internetanschluss. Mit einer Bandbreite von 190 Mbit können er und seine Familie alle möglichen Angebote nutzen, die das Herz begehrt. Allerdings, und jetzt kommt der Haken, nur tagsüber.

Update, 5. Dezember: Schon im Sommer hatte die Verdener Firma, die für den Internetausbau in den ländlich gelegenen Gebieten im Osten der Samtgemeinde zuständig ist und auch Fördergelder dafür kassiert, die Marco Bungalski GmbH, auf den Sachverhalt reagiert. Und das Unternehmen stellt in Aussicht, dass sich die Kunden auf eine Lösung des Problems freuen dürfen. Ab Freitag.

Originaltext, 18. November: Blender - „Abends bricht es zusammen“. Dann gibt es nur noch sechs bis acht Mbit. „Wenn alle im Ort Netflix gucken, können wir in der ARD-Mediathek keinen kompletten Film mehr sehen.“

Einste: 47 Euro für den Internetanschluss

Wie dem Landwirt geht es vielen Haushalten in Einste, weiß von Salzen aus Gesprächen mit anderen Betroffenen. Das „normale“ Internet, wie er es nennt, funktioniere jedoch. Auch sein Betrieb ist nicht von der drastisch sinkenden Bandbreite betroffen. 47 Euro zahlt er monatlich beim Anbieter für den Internetanschluss. Vertraglich garantiert ist eine Rate von 60 Mbit.

Doch weil der Einster nicht der Einzige ist, hat er das Thema vor Kurzem auf der Gemeinderatssitzung in Blender angesprochen. „Schließlich wurde der Ausbau ja gefördert“, spielte er seinerzeit auf die Mittel unter anderem der Samtgemeinde für den Breitbandausbau im Außenbereich an. Gemeindedirektor Harald Hesse hatte ihn damals an seinen Wirtschaftsförderer und Bauamtsleiter Frank Bielefeld verwiesen.

Samtgemeinde Thedinghausen: 300 .000 Euro für den Ausbau

Der bestätigt das Problem: „Klar hat der Bürger eine andere Vorstellung von der Sache gehabt.“ Zumal von Salzen auch einen Glasfaseranschluss habe. Doch offenbar handele es sich bei dem Datenproblem um eine Art Nadelöhr beim Backbone (Leitungssystem, d. Red.). Bielefeld betont aber auch, dass die ausführende Verdener Firma ihren vertraglichen Verpflichtungen mit der Minimalrate für den Erhalt der Fördergelder nachkommt. Es gebe also keinen Grund, dem Unternehmen nicht das Geld für den Ausbau in Höhe von 300 .000 Euro für den Ausbau zu zahlen. 20 Prozent davon zahle die Samtgemeinde.

Noch keine Reaktion von Verdener Firma

Frank Bielefeld berichtet zudem von Anstrengungen der für den Ausbau zuständigen Firma, eine zweite Trasse zwischen Morsum und Wulmstorf zu errichten.

Auch Dirk von Salzen hat davon gehört. Er zeigt außerdem Verständnis für die Probleme der Anbieter, der großen Nachfrage nachzukommen. „Es gibt einen geschätzt vier Mal so hohen Bedarf wie Unternehmen, die im Breitbandausbau tätig sind.“

Die Verdener Firma hat auf Bitten um Rückmeldung bis Redaktionsschluss noch nicht reagiert.

Korrektur: In einer ersten Version diese Artikels hieß es, vertraglich seien Dirk von Salzen 6 Mbit garantiert. Richtig ist, dass ihm laut Vertrag 60 Mbit garantiert werden.

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