Interessengemeinschaft Blender See fordert mehr Nachdruck bei Sanierung

„Die Politik tut nichts“

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Ralf Heinemann, Sprecher der IG Blender See, fordert die Politik nachdrücklich zum Handeln auf, damit der idyllische Blender See nicht verschlammt, sondern auch künftigen Generationen als naturnahes Gewässer erhalten bleibt.

Blender - Ziemlich desillusioniert ist man bei der Interessengemeinschaft (IG) Blender See, die sich die Sanierung des Sees auf die Fahnen geschrieben hat. „Das idyllische und ortsprägende Gewässer leidet weiter vor sich hin – und nichts passiert. Die Politik tut nichts“, attestiert Ralf Heinemann, Sprecher der IG.

Heinemann weiter: „Nach fast drei Jahren Arbeit warten wir auf Entscheidungen, damit der See wieder ein ökologisch wertvolles und gesundes Fleckchen Erde wird. Die Luft bei der IG Blender See ist langsam raus, weil wir nichts mehr substanziell beitragen können. Wir warten auf Entscheidungen des Gemeinderat Blender, der durch Beschlüsse erklären muss, ob und wie er das Projekt Sanierung Blender See durchführen will, und ob er entsprechende Geldmittel zur Verfügung stellen beziehungsweise akquirieren kann.“

Wie bereits berichtet, hat die IG kürzlich die Analysen über die Wasserqualität und Bodenprofiluntersuchungen mit weit über 100 Messpunkten an unterschiedlichsten Stellen des Sees vorgestellt. Die nicht zuletzt auf Basis dieser Ergebnisse erarbeitete Strategie zur See-Sanierung wurden daraufhin der Verwaltung und der Lokalpolitik vorgestellt.

Die Auffassung der IG kurz zusammengefasst: Der See braucht idealerweise ständigen Zufluss mit Wasser, das geringer belastet ist als das Seewasser selbst. Die Zuläufe aus den Feldern eignen sich dafür. Sie müssen nur zum See geleitet werden. Der Schlamm muss aus dem See, um die Selbstdüngung zu reduzieren. Eine Ideallösung wäre sogar, in dem See, immerhin ein alter Weserarm, wieder einen Durchfluss herzustellen.

Ralf Heinemann: „Wir haben etliche Vorschläge unterbreitet – durchweg fachlich fundiert. Und was hat der Rat der Gemeinde Blender bis heute dazu beigetragen? Effektiv nichts! Es war dem Gemeinderat Blender in einem Dreivierteljahr nicht einmal möglich, einen zugesagten Auftrag für die restlichen Grundwasseruntersuchungen zu erteilen. Von verbalen Bekundungen wird der See nicht gesund. Entscheidungen und Maßnahmen müssen her.“

Der IG-Sprecher weiß auch, dass es unterschiedliche Auffassungen gibt. So möchte die Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) den Blender See am liebsten abschotten. Ralf Heinemann: „Keine Zuflüsse mehr in den See, alles was jetzt drin ist, bleibt drin. Das sagt doch schon der gesunde Menschenverstand, dass das nicht funktionieren kann. Grundwasser alleine reicht zur Speisung des Sees nicht aus. Denn sonst wäre er jetzt ja nicht in diesem Zustand.“

Ralf Heinemann und auch seine engagierten Mitstreiter sind frustiert: „Wenn keine konkreten Entscheidungen seitens des Blender Gemeinderats getroffen werden, bliebe als letzte Möglichkeit, die IG Blender See, die immerhin 543 Mitglieder und Unterstützer hat, aufzulösen.“

Ein wenig Hoffung schöpft Heinemann aus der Tatsache, dass mit der Verwaltung abgesprochen ist, dass noch in diesem Jahr Grundwasserprüfbohrungen im Bereich des Sees durchgeführt werden sollen.

Ansonsten setzt Heinemann auch noch ein wenig auf den Gemeinderat. „Wir hoffen, dass auf der nächsten Ratssitzung der Gemeinde Blender Anfang am 16. Juli eine veränderte Sichtweise erkennbar wird. Die Sanierung des Erbhofs ist auch nicht vom Himmel gefallen. Da gab es auch Leute in Politik und Verwaltung, die sich die Angelegenheit mit vollem Einsatz zur Sache gemacht haben. Viele Gelder kamen über Drittmittel. Sollte ein derartiges Vorgehen in Sachen See-Sanierung nicht möglich sein, dann sollte das auch öffentlich gesagt werden.“

Die Schreckensvision von Ralf Heinemann: „Wenn das so weiter geht, werden unsere Kinder und Enkel den Blender See nur noch so erleben, wie derzeit die Verdener die Halse – nämlich ausgetrocknet.“

sp

www.blendersee.de

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