Interessanter Vortrag bereichert traditionelle Bauernkör

Die Bürgerei als Keimzelle der Ortschaft Thedinghausen

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Vorsteher Horst Wendt (4. v. re.) mit einigen Mitgliedern und den Ehrengästen der Thedinghauser Bauernkör, bei der gestern Vormittag in Littas Bauerndiele natürlich die leckeren Hedewigs gereicht wurden.

Thedinghausen - Sie ist die wohl älteste Tradition in Thedinghausen – die Bürger Bauernkör. Und sie wurde auch am gestrigen Fastnachtsdonnerstag wieder in Littas Bauerndiele zelebriert.

Die Anfänge dieser Zusammenkunft gehen bis ins Mittelalter zurück. Seinerzeit war die Bauernkör ein Selbstverwaltungsorgan. Mittlerweile geht es „nur“ noch um ein gemütliches Beisammensein mit viel Klönschnack und stets einem informativen Vortrag. Teilnahmeberechtigt sind nach wie vor nur Inhaber beziehungsweise deren Nachfahren bestimmter Hofstellen in der Bürgerei.

Eigens nach altem Rezept zu diesem Anlass vom örtlichen Bäcker gebacken, kommen dick mit Butter bestrichene Hedewigs (Rosinenbrötchen) auf den Tisch.

Zahlreichen Ehrengäste, darunter in diesem Jahr Bürgermeister Diethelm Ehlers und der stellvertretende Landrat Axel Rott, unterstreichen die Bedeutung dieses Treffens.

Nachdem in den letzten Jahren über überregionale oder sogar internationale Themen (Rallye Paris-Dakar) berichtet wurde, stand gestern wieder „Heimatkunde“ auf dem Programm. Der ehemalige Samtgemeindebürgermeister Gerd Schröder erzählte allerhand Wissenswertes über die Bürgerei, dem Thedinghauser Ortsteil, auf den diese Versammlung zurückgeht.

Schröder erinnerte daran, dass die Ortschaft Thedinghausen 1909 aus den bis dahin eigenständigen Dörfern Hagen, Westerwisch und Bürgerei entstanden sei – wobei jeder Ort ein Völkchen für sich beherbergte. Nicht von ungefähr heißt es: die schlauen Häger, die fleißigen Westerwischer und die lustigen Bürger.

Die Bürgerei war dabei die eigentliche Keimzelle der Ortschaft Thedinghausen. Immerhin zählte dieser Ortsteil 1869 bereits 594 Seelen. Gerd Schröder erinnerte in seinem Vortrag auch daran, dass die Deddenhuser (Deddenhusen ist der ganz alte Name der Bürgerei) im 14. Jahrhundert ein einflussreiches Patriziergeschlecht in Bremen gewesen seien.

Wohlverdienter Beifall war das Lob dafür, dass Gerd Schröder seine Ausführungen mit sehr vielen Informationen gespickt hatte, die auch Alteingesessenen noch nicht bekannt waren.

Bürgermeister Diethelm Ehlers schob in seinem Grußwort ein Lob für Schröder nach. In Anspielung auf die für den gestrigen Abend terminierte Sitzung des Samtgemeinderates – parallel zum traditionellen Fipsen der Bauerkör – attestierte er: „Unter Gerd wäre das nicht passiert.“

Axel Rott hob den Stellenwert der Veranstaltung hervor: „Solch ein Alleinstellungsmerkmal wie diese historisch gewachsene Einrichtung gibt es sonst in kaum einem Ort.

sp

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