Honig wird verschenkt

Zum Imkerkurs „gezwungen“: Jetzt schon vier Völker im Garten

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Imkerin Almuth Osmers, die tatkräftig von ihrem Mann Hinnrich unterstützt wird, hat Gefallen an ihrem neuen Hobby gefunden.

Blender-Reer - Die Geschichte der Imkerei ist eng mit der Geschichte der Menschheit verbunden. Seit Jahrtausenden werden Bienen (niederdeutsch: Immen) wegen ihrer Produkte wie Wachs und Honig vom Menschen genutzt und gehalten. Hier kommen Almuth und Hinrich Osmers aus Blender-Reer ins Spiel.

Seit ihrem Ausscheiden als Lehrerin aus dem Schuldienst hat Almuth Osmers etwas ganz Neues gesucht. Sie wollte mit einem Hobby bei null anfangen und ist so bei den Bienen gelandet. Sie hatte sich zu einem Imkerkurs angemeldet – eigentlich ohne den Hintergedanken, sich sofort ein Bienenvolk anzuschaffen. Doch nach der erfolgreichen Prüfung zum Imker wurde sie von den beiden Alt-Imkern Ulrich Röpe und Heinrich Müller aus Daverden quasi „gezwungen“, sich ein Volk anzuschaffen.

Mittlerweile sind es vier Völker, die in Osmers Garten und der unmittelbaren Nachbarschaft ihre Arbeit verrichten. „Vier Völker sind auch genug“, sagte Almuth Osmers. „Ansonsten wäre der Arbeitsaufwand einfach zu groß“. Sie freut sich, dass ihr Mann Hinrich sie bei der Arbeit tatkräftig unterstützt. In ihrem großen Garten wurde ein Gartenhaus zum Bienenhaus umfunktioniert. Hier sind die vier Völker in ihren Bienenstöcken fest installiert, denn sie möchte nicht mit ihren Völkern auf Wanderschaft gehen.

„Kostenlose Bestäuber“

„Hier in Reer finden sie genug Futter und die Landwirte freuen sich über die kostenlosen Bestäuber.“ Zu Beginn des Frühlings erwacht die Biene aus ihrer Winterruhe und die Winterbienen, die seit sechs Monaten im Dunkel saßen, fliegen nun zum ersten Mal raus. „Dieser erste Flug (Reinigungsflug), der bei Temperaturen über 12 Grad möglich wird, dient auch zur Reinigung ihrer Kotblase, die den Winter über innerhalb der Bienenbehausung nicht geleert wurde“, erzählt Almuth Osmers.

Doch das Frühjahr war kalt. Kein bienenfreundlicher Frühling. Jetzt bekommen die Bienen durch das erhöhte Blütenangebot einen schnellen und starken Entwicklungsschub. Durch die hohe Legeleistung der Königin mit bis zu 1500 Eiern am Tag schwillt das Volk innerhalb kürzester Zeit an und beginnt dafür neue Waben zu bauen. Ebenfalls werden Drohnen vom Volk gezüchtet, die später andere Königinnen bei ihrem Hochszeitsflug begatten sollen. Wenn die Entwicklung ihren Höhepunkt erreicht hat und die Bienen merken, dass sie stark und gesund sind, sammeln sie die Kraft, sich fortzupflanzen. Dafür erschaffen sie sich eine neue Königin, und die alte Königin verlässt eines Tages mit der Hälfte aller Bienen ihren Stock – sie schwärmen.

„Und da muss ich aufpassen, dass mir die nicht abhauen“, muss die ehemalige Lehrerin die Entwicklung genau beobachten oder aufpassen, dass keine neue Königin herangezüchtet wird. Den ersten Honig hat das Ehepaar Osmers auch schon geschleudert. Der darf sich auch Deutscher Honig nennen. Almuth Osmers hat eine Betriebsnummer und dürfte ihren Honig, wenn sie wollte, verkaufen. Aber sie verschenkt lieber ein Glas an die Nachbarn, Familie oder Freunde.

Sitzbank lädt zum Beobachten ein

Das Ehepaar Osmers hat in unmittelbarer Nähe des Bienenhauses eine Bank aufgestellt, damit das „Völkchen“ in aller Ruhe beobachtet werden kann. Muss der Stock mal zur Kontrolle geöffnet werden, ist eine Schutzausrüstung erforderlich. „Denn wer lässt sich schon gerne in sein Wohnzimmer schauen“, hat Almuth Osmers Respekt vor den fleißigen Insekten, aber keine Angst.

Im Sommer bereitet sich das Bienenvolk schon auf seinen nächsten Winter vor. Die Legeleistung der Königin nimmt ab und das Brutnest, welches zur Schwarmzeit durch die hohe Legeleistung stark angewachsen ist, wird jetzt wieder kleiner, und dadurch werden Wabenzellen frei. Die Bienen sind jetzt viel damit beschäftigt, Nektar in den Stock zu tragen und die freien Zellen mit dem daraus hergestellten Honig zu füllen. Die Drohnen, die jetzt noch im Stock sind, werden nicht mehr benötigt und von den Arbeiterinnen aus dem Stock gedrängt.

„Wir hoffen, dass sich die Bienen genug Nahrungsreserven anlegen und alle den Winter überstehen“, sagt Hinrich Osmers. Er weiß, dass viele Imker im letzten Winter etliche Völker verloren haben.

ha

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