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Problem Bushaltestelle in Morsum

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Von: Philipp Köster

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Die Einbahnstraße ist von der Verdener Straße aus in Richtung Verden befahrbar.
Die Einbahnstraße ist von der Verdener Straße aus in Richtung Verden befahrbar. © Albrecht

Morsum – In Morsum stehen Schülerinnen und Schüler, die mit dem Bus nach Thedinghausen wollen, buchstäblich im Regen. Denn die Haltestelle „Am Kindergarten“ an der Verdener Straße verfügt nicht über ein Schutzhäuschen.

Auf der anderen Seite direkt am Kindergarten gibt es zwar einen solchen Unterstand, doch werden die Kinder und Jugendlichen in Fahrtrichtung Thedinghausen nicht mitgenommen, wenn sie dort stehen.

Denn der Bus darf aus Richtung Verden kommend nicht gleich vorne an nach links in die Bucht fahren: Seit 2014 gilt dort eine Einbahnstraßenregelung.

Entsprechend gilt in Fahrtrichtung Thedinghausen Verbot der Einfahrt.
Entsprechend gilt in Fahrtrichtung Thedinghausen Verbot der Einfahrt. © Albrecht

Den somit erforderlichen 180-Grad-Schwenk hinten an der Einbahnstraßeneinfahrt können die Gelenkbusse nicht absolvieren unter den jetzigen baulichen Voraussetzungen.

Mit diesem Problem ist eine Bürgerin an die Verwaltung herangetreten. Das Rathaus hatte nun für die jüngste Thedinghauser Ratssitzung eine Lösung in Form eines Beschlussvorschlags vorgelegt. Zweckverband Verkehrsverbund Bremen / Niedersachsen (ZVBN) und Landkreis hatten diesbezüglich vorgeschlagen, Busse immer an dem Mast mit Fahrgastunterstand halten zu lassen. So seien die Kinder jederzeit vor Witterungen geschützt und bei Umstiegen werde eine optimale Sicherheit geboten.

Dafür müsste die Einbahnstraßenregelung für Linienbusse aufgehoben, ein Halteverbot für Autos im Haltestellenbereich ausgesprochen sowie eine Ampelschleife installiert werden, um den Bussen die zügige vorrangige Abfahrt zu ermöglichen.

Der Beschlussvorschlag der Verwaltung enthielt diese drei Maßnahmen als Grundlage für eine Bitte um entsprechende verkehrsbehördliche Anordnungen.

Dieter Mensen (Grüne Liste) sprach sich für bauliche Veränderungen aus, damit der Bus besser um die 180-Grad-Kurve komme.

Dafür solle Bauamtsmitarbeiter Serkan Kocakan die Radien berechnen. Auf der anderen Seite sei in der Vergangenheit einfach ein Haltestellenschild aufgestellt worden, mit der Folge, dass Kinder und Jugendliche beim Wartehäuschen nicht mitgenommen würden. 50 000 Euro für eine Ampelschleife auszugeben, sei unsinnig, sagte Mensen.

ÖPNV-Experte und Bürgerbus-Vereinsvorsitzender Wolfgang Kaib (Gruppe von Hollen / FDP) bestätigte aus Gesprächen mit dem zuständigen Busunternehmen von Rahden das fahrtechnische Problem der Gelenkbusse. Die Busse könnten aber in die Bucht einfahren, wenn die Einbahnstraßenregelung aufgehoben sei, da es kaum Begegnungsverkehr mit anderen Bussen gebe.

Sein Gruppenpartner Heinz von Hollen schüttelte ebenso wie Mensen über die 50 000 Euro für eine Ampel den Kopf: „Welcher Teufel hat die denn geritten?“, kritisierte er die Urheber der Induktionsschleifenidee. „Glauben die, wir haben eine Gelddruckmaschine?“ Es gebe doch dort kaum Begegnungsverkehr, somit sei eine Ampel auch nicht nötig. „Wir sind ja nicht in der Stadt hier.“

Eike Nienstädt (Unabhängige Bürgerliste) schlug vor, auf der anderen Straßenseite, also in Fahrtrichtung Lunsen /Thedinghausen ein zweites Buswartehäuschen aufzubauen. Gemeindedirektorin Anke Fahrenholz entgegnete, das Grundstück gehöre der Gemeinde nicht, die Lösung sei aber eine Alternative.

Olaf Simanowski (SPD) stellte fest, dass es durch den Busverkehr auf jeden Fall zu einer „extremen Verkehrsberuhigung“ komme.

Schließlich sprach sich der Thedinghauser Gemeinderat dafür aus, nicht über den Beschlussvorschlag abzustimmen, sondern der Verwaltung alternativ zur Aufhebung der Einbahnstraßenregelung den Prüfauftrag zu erteilen, ob ein „Häuschen auf der Imbissseite“ (Bürgermeister Thomas Metz) umsetzbar sei.

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