Zu Hunderten treiben sie jetzt an der Oberfläche / Rückweg in die rettende Weser ist bei Niedrigwasser versperrt

Intscheder Hafen tödliche Falle für Fische

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Dr. Rainer Becker vom Verdener Sportfischervereins-Vorstand gestern Nachmittag am Rande des als „Intscheder Hafen“ bekannten Gewässers, in dem seit Tagen Hunderte von toten Fischen treiben. Intensiver Gestank ist schon aus einiger Entfernung wahrzunehmen.

Intschede - Zu Hunderten treiben seit einigen Tagen tote Brassen im Uferbereich des als „Intscheder Hafen“ bekannten Gewässers. Für die Fische wurde der lang gestreckte, einst beim Deichbau entstandene See zur tödlichen Falle.

Im Winterhalbjahr gelangen die Tiere regelmäßig bei Weser-Hochwasser in den „Intscheder Hafen“, wie Dr. Rainer Becker, der zweite Vorsitzende des Verdener Sportfischvereins, gestern beim Ortstermin erläuterte. Die Fische mögen diese ruhige „Wasserkuhle“ als Rückzugsgebiet und lassen sich dort sozusagen nieder.

Wenn aber der Wasserstand fällt, gibt es die Verbindung zur Weser nicht mehr, und der Rückweg ist ihnen versperrt.

Kommt eine längere sommerliche Trocken- und Hitzeperiode wie derzeit hinzu, wird es lebensgefährlich für die Bewohner des stehenden Gewässers.

Der Sauerstoffmangel verschärft sich, und zunächst versuchen die Kiemenatmer dann, an der See-Oberfläche verzweifelt nach Luft zu schnappen. Auch das bewahrte die meisten jetzt nicht vor dem Erstickungstod. Schon in einigem Abstand zum See kündet durchdringender Geruch vom Fischsterben.

Regelmäßig alle paar Jahre passiere so etwas, berichtet Rainer Becker. Früher habe der Verein die Kadaver herausgeholt und zur Tierkörperverwertung transportiert. Dies sei heute nicht mehr möglich.

Durchbruch zum großen Fluss könnte Lösung sein

Wirksam wäre das wiederkehrende Problem nur zu lösen, wenn ein Durchbruch zur Weser geschaffen wird. Das müsse aber in den Gremien der Samtgemeinde und in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung näher besprochen werden.

Das Gewässer am „Hafen“ gehört zwar zur Besatzzone des 1500 Mitglieder starken Verdener Sportfischervereins. Mit Fischen besetzt wurde es aber aus guten Gründen von diesem Verein nie.

Nach dem Blender See gibt es nun also einen zweiten Fall von umfangreichem Fischsterben in der Samtgemeinde.

Doch Not leiden die Tiere beim jetzigen schwül-trockenen Wetter auch anderswo. So berichtete gestern ein Achimer Angler von vielen gierig nach Luft schnappenden Exemplaren in einem größeren Regenrückhaltebecken am Rande eines städtischen Wohngebietes.

la

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