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Hubertusreitjagd durch die Rieder, Horstedter und Ahauser Wesermarsch

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Von: Heiner Albrecht

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Dr. Matthias Röpke begrüßt die Jagdgesellschaft.
Dr. Matthias Röpke begrüßt die Jagdgesellschaft. © Albrecht

Riede – Wenn in Riede beim Gut Schlieme die Jagdhörner erklingen und lautes Hundegebell folgt, dann ist Hubertusreitjagd. Die simulierte Reitjagd entlang der Weser auf den Marschwiesen zwischen Weyhe-Ahausen und der Samtgemeinde Thedinghausen hat eine lange Tradition.

Am Sonntag war die Veranstaltung mit fast 60 Anmeldungen nicht nur für die reitendende Teilnehmerschaft, sondern auch für Fans des Pferdesports ein ganz besonderes Erlebnis, aus der Nähe zu beobachten, wie Pferd und Reiter in spektakulären Sprüngen die größtenteils naturbelassenen Hindernisse aus Eichenstämmen, kleinen Hecken oder Zäunen überwunden haben oder das nicht springende Feld einfach dran vorbeiritt.

Jagdliche Signale der Bläsergruppe „Rallye Trompes des Landes“ gaben das Startsignal. Das Feld wurde in ein Springfeld aufgeteilt, das sich zutraute, jeden Sprung in der Horstedter Wesermarsch mit den Pferden zu meistern. Ein weiteres Feld waren Reiterinnen und Reiter, denen Sprungoptionen angeboten wurden, und schließlich ein Feld, das einfach am Hindernis vorbeiritt. „Die Reitjagd ist natürlich vollkommen unblutig“, sagte Jagdherr Dr. Matthias Röpke vom veranstaltenden Bremer Reitclub.

Die Bläsergruppe „Rallye Trompes des Landes“ gibt das Startsignal.
Die Bläsergruppe „Rallye Trompes des Landes“ gibt das Startsignal. © Albrecht

Bei perfekten äußeren Bedingungen und sonnigem Herbstwetter war die Veranstaltung mehr als gut besucht. Körbe mit Heißgetränken hatten viele Zuschauer dabei, und so kam schon ein Hauch von Picknick auf.

Bei perfekten äußeren Bedingungen geht es auf zur Hubertusjagd.
Bei perfekten äußeren Bedingungen geht es auf zur Hubertusjagd. © -Albrecht

Aus einem Kanister, der seitlich am Sattel der Schleppreiterin angebracht war, tropfte Anisöl. Dieser Fährte folgten die Hunde der Niedersachsen-Meute mit großem Spürsinn, Schnelligkeit und Ausdauer. Und clever dazu. Nicht über die Hindernisse, sondern die geschulten und trainierten Vierbeiner wussten genau, wie sie die Hindernisse zu umgehen hatten, um dann wieder auf der richtigen Fährte zu sein.

Für alle Reitsportfans war es Genuss und Erlebnis zugleich, Pferd und Reiterschaft zu beobachten. Auf der Hälfte der Strecke wurde eine kleine Pause für Pferd, Reiter und die Hunde eingelegt, direkt an der Weser. Während Reiter und Pferd diese Ruhephase ruhig und gemächlich auf einer Wiese verbrachten, durften die Hunde eine Runde ins Weserwasser. Die Tiere ließen sich auch nicht von den vielen Menschen aus der Ruhe bringen – auch nicht von ihren Artgenossen, die an der Leine von Herrchen oder Frauchen das Spektakel mit Argusaugen beobachten.

Nach der Verschnaufpause ging es weiter. Der „Foxhound“ hat drei wichtige Urväter: Dem Windhund verdankt er die ausgezeichneten läuferischen Qualitäten, die Bulldogge gab ihm die Kraft und Autorität. Vom Foxterrier schließlich hat er die Leidenschaft für die Jagd mitbekommen.

Am Ende dann das große Halali. Ein Behälter mit Pansen wird für die Hunde ausgekippt. Die Meute ist jetzt nicht mehr zu halten. Eine wahrlich tolle Belohnung für die bellenden Vierbeiner. „Gute Arbeit“, attestierte Jagdherr Röpke, der sich mit den Jagdteilnehmern, nachdem die Pferde versorgt waren, zu einem Jagdessen traf. Am Ende der Veranstaltung wurden die Teilnehmer durch den Jagdherrn mit einem Eichenlaub (Jagdbruch) belohnt. Matthias Röpke bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern, die zum Gelingen dieser großen Veranstaltung beigetragen hatten.

Von Heiner Albrecht

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