Hubertusjagd durch die Schliemer und Horstedter Wesermarsch

Mensch, Pferd und Natur

Die Bläsergruppe gibt das Signal, Hundemeute, Reiterinnen und Reiter bereiten sich auf den Start vor.
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Die Bläsergruppe gibt das Signal, Hundemeute, Reiterinnen und Reiter bereiten sich auf den Start vor.

Riede - Für viele Reiterinnen und Reiter ist die alljährliche Hubertusjagd durch die Schliemer und Horstedter Wesermarsch stets ein herrliches Erlebnis, durch die grüne Landschaft, zum Teil an der Weser längs, über rund 15 Kilometer Strecke mit knapp 40 Hindernissen, mit ihren Pferden hinter der Niedersachsen-Meute her zu jagen.

Dazu hatte Jagdherr Dr. Matthias Röpke, Thedinghausen, als Vorsitzender des Bremer Reitclubs am Sonnabend zum Stelldichein beim Gut Schlieme eingeladen. Begeistert rief er bei der Begrüßung aus: „Wir haben heute Kaiserwetter, einfach traumhaft!“

Die Bläsergruppe „Rallye Trompes des Landes“ aus Gülten blies die ersten Jagdsignale, Schleppenlegerin Madeline Wätjen aus Wolfenbüttel legte die Spur aus Anislösung, sie wurde von Victor Siemers aus Riede begleitet. Kurz darauf stob die 22-köpfige Foxhound Niedersachsen-Meute los, die von Master Leonhard von Schultzendorff vom Meutehof Dorfmark und den Pikören eskortiert wurde.

Die über 40 Reiterinnen und Reiter aus dem gesamten norddeutschen Raum waren in ein springendes und ein nichtspringendes Feld eingeteilt worden. Unter den vielen Zuschauern, seit über einem halben Jahrhundert als absoluter Kenner des Hubertus-Jagdreitens dabei, Dr. Thomas Röpke aus Thedinghausen, Vater von Dr. Matthias Röpke, der Anfang 2000 die Jagdherrenschaft für die Hubertusjagd des Reitvereins Thedinghausen von seinem Vater übernahm.

Zwischendurch, ohne das Jagdgeschehen aus den Augen zu verlieren, erzählte Dr. Thomas Röpke, der auch Ehrenpräsident der Niedersachsen-Meute ist, unserem Mitarbeiter aus seiner einmaligen Jagdreiterzeit. „Es geht grundsätzlich um das Zusammenspiel zwischen Mensch, Pferd, Hund und Natur, nicht um erste oder zweite Plätze, sondern darum, ordentlich zu reiten und heil wieder anzukommen.“

Schnell ein Blick wieder auf die Strecke, von weitem kündigt sich die Meute mit lautem Gekläffe an, dann erzählte er weiter. 1963 war er von seinem Arztstudium in den USA nach Thedinghausen zurückgekehrt, kaufte sich den Hannoveraner-Wallach „Saturn“. „Damit habe ich 308 Jagden geritten. Stute Vellina war mein letztes Reitpferd, sie ist 28 Jahre alt und genießt ihren Ruhestand auf der Weide.“

Der heutige 81-jährige Senior, insgesamt ritt er über 500 Jagden, ist glücklich: „Man lernt eine Menge netter gleich gesinnter Leute kennen, daraus entwickeln sich feste Freundschaften.“

In seiner 50-jährigen aktiven Reiterzeit erlebte er aber auch fünf tödliche Unfälle.

Die Jagd in Schlieme ging dem Ende zu, leider auch unser Gespräch. Alle Teilnehmer erreichten unversehrt wieder die Startwiese beim Gut Schlieme. „Halali, Halali“, die Jagd war vorbei und Dr. Matthias Röpke rief zu den Brüchen, dem Eichengrün. Mit lautem Gejaule und Gekläffe kämpften die Foxhounds um ihren wohlverdienten Lohn, dem „lecker riechenden“ Curée.

Bei einer Kaffeetafel in Schröders Gasthaus in Thedinghausen ließen dann alle Teilnehmer einen erlebnisreichen Tag ausklingen.

jb

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