Home Office – fast von zu Hause aus

Ein öffentlich für jedermann zugängliches Büro. SymbolFoto: imago / Kniel Synnatzschke

Mal wieder Stau auf der Autobahn. Also heute von zu Hause arbeiten. „Papi, spiel mit mir!“, heißt es dann aber schnell. Und nein, diese instabile Internetleitung hier auf dem Land! Abhilfe könnte eine Art offenes Büro in Thedinghausen bieten, das jedermann zur Verfügung steht. Dirk Fornahl aus Einste will mit der Samtgemeinde-Verwaltung ein sogenanntes Co-Working auf die Beine stellen.

VON PHILIPP KÖSTER

Samtgemeinde – Fornahl ist Professor in Bremen. Er weiß aus eigener Erfahrung, dass tägliches Pendeln in die Hansestadt oder nach Verden, womöglich gar nach Hannover und Hamburg, nicht nur mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden ist, sondern auch ins Geld geht. Und besonders ökologisch ist die Fahrerei auch nicht.

Inspiriert von öffentlichen Räumen, die als Teilzeitbüros für Start ups dienen, in denen sich kreative Selbstständige begegnen und gemeinsam eine gewisse Zeit ein Projekt verfolgen, kam Fornahl auf die Idee, auch in Thedinghausen eine solche Gelegenheit zu schaffen, „aber bodenständiger“. Das bedeutet, in einem sogenannten Co-Working-Space, also einem Arbeitsraum, der zeitlich flexibel von jedem gegen eine noch festzulegende Gebühr gebucht werden kann und der eine gewisse Grundausstattung bietet, arbeitet zum Beispiel ein Angestellter oder Selbstständiger ganz ungestört. Er kann hochwertige Drucker, einen Scanner und einen Kopierer nutzen und freut sich an einer stabilen Internetverbindung mit üppigem Datenvolumen. In der Kaffeeküche kommt er mit anderen Nutzern ins Gespräch. „So etwas hat also auch eine soziale Komponente“, sagt Fornahl. Ihm zufolge haben die Parteien schon ihr Wohlwollen signalisiert.

Das Projekt hängt laut Wirtschaftsförderer Frank Bielefeld von Zuschüssen des Landes ab. Im Falle eines ausreichend hohen Bedarfs der Bürger würde ein Gutachter bei der Ausarbeitung eines Antrags helfen. 60 Prozent der Kosten würde das Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung zuschießen. Denn mit dem Programm Zukunftsräume sollen Grundzentren auf dem Lande gestärkt werden, sagt Bielefeld. Entsprechend würde das offene Büro auch im Grundzentrum der Samtgemeinde, also in Thedinghausen, angesiedelt werden. 40 Prozent müsste die Samtgemeinde vorbehaltlich eines Ratsbeschlusses aufbringen. Über die Gesamtkosten kann Bielefeld noch nichts sagen. Auch nicht, wie viel Platz geschaffen werden müsste. Aber es müssten schon einige Nutzer kommen. „Für einen oder zwei Leute brauchen wir das nicht zu machen“, so Fornahl. Bielefeld schwebt eine „gefühlte Größe“ von acht Plätzen vor und er hofft auf einen „Ankermieter“, der am besten gleich mehr als einen Schreibtisch bucht.

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