Generalversammlung der Milchliefergenossenschaft / Zu 99,91 Prozent Güteklasse I

Hoffen, dass vorn die 2 bleibt

Harry Krapp aus Wechold (Mitte) verlässt aus Altergründen den Aufsichtsrat. Sein Nachfolger ist Jürgen Fastenau (Dritter von rechts). Vorstandsvorsitzender Johann Schütte, Aufsichtsratsvorsitzender Reiner Wortman und auch Aufsichtsratsmitglied Carsten Ellmers aus Rieda und Milchliefergenossenschafts-Geschäftsführer „H.G.“ Hollmann (von links) verabschiedeten Krapp herzlich. - Fotos: Laue

Thedinghausen - Es gebe begründete Hoffnungen, dass die 2 vorn beim Milch-Literpreis doch nicht verschwindet und die Talsohle jetzt erreicht sei, machte Dr. Jörn Uwe Starcke als Vertreter des großen Milchabnahmepartners s Frischli-Werke den Versammelten Mut. Sicher sei aber nicht, dass sich der Preis wirklich stabilisiere und die 20-Cent-Grenze nicht doch falle, meinte hingegen Joachim Burgermeister vom Genossenschaftsverband angesichts weltwirtschaftlicher Entwicklungen.

Eine Ideallösung, um der Krise im Milchbereich entgegenwirken, die sich nach von Burgermeister präsentierten Statistiken etwa alle drei Jahre verschärft, hatte jetzt auch auf der Generalversammlung der Milchliefergenossenschaft Thedinghausen im Gasthof Niedersachsen keiner der Redner zu bieten. Ergebnisse von „Milch“-Gipfeltreffen wurden ebenfalls zwiespältig bewertet.

Kreislandwirt Jörn Ehlers regte sogar an, sich verstärkt um Aufhebung des Russland-Embargos zu bemühen, da hierdurch ein wirklich bedeutender Abnehmer landwirtschaftlicher Produkte ausgefallen sei. Eine Begrenzung der Milchproduktion sei nur sinnvoll, wenn sie nicht nur in Deutschland, sondern europaweit festgelegt werde, waren sich fast alle einig.

Zunächst aber ging es auf dem gut besuchten Treffen nach der Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden Johann Schütte um die Geschäftsentwicklungszahlen in dieser Milchliefergenossenschaft. Den Bericht dazu gab wie gewohnt Geschäftsführer Hans-Günter Hollmann ab. Im Jahr 2015 wurde demnach die Milchliefermenge noch um rund 9 Prozent auf 33,5 Millionen Kilogramm gesteigert, während die Lieferantenzahl weiter zurückging.

Der Schnitt lag pro Betrieb bei 670 000 Kilogramm, und die Qualität der Milch ist spitze. Sage und schreibe 99,91 Prozent der Gesamtmenge fiel in Güteklasse I – gegenüber dem Jahr davor eine kaum für möglich gehaltene Steigerung um 0, 63 Prozent. Um 9,07 auf 28,05 Cent sank schon 2015 der Milchauszahlungspreis. Der Gesamtumsatz der Genossenschaft ging preisbedingt um 17 Prozent von 11,4 auf 9,5 Millionen Euro zurück, und die Mitgliederzahl sank von 71 auf 67 .

Die Jahres-Finanzbilanz wies Ende 2015 gut 1,8 Millionen Euro auf der Aktiv- und Passivseite aus. Der gegenüber 2014 von minus 7 522 auf jetzt 10 393 Euro stark gestiegene Jahresüberschuss sei auch auf gesunkene Pensionsrückstellungen nach einem Sterbefall zurückzuführen, teilt Hollmann mit.

Der vom Aufsichtsratsvorsitzenden Reiner Wortmann verlesene Prüfungsbericht enthielt keine Beanstandungen, und so wurden dann sowohl Jahresabschluss als auch die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig befürwortet. Ebenso einmütig geschah die Wiederwahl des nicht anwesenden Jürgen Fahrenholz in den Vorstand. Aufsichtsratsnachfolger des altersbedingt ausscheidenden Harry Krapp wurde einstimmig Jürgen Fastenau aus Martfeld. - la

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