Sieben Schichten bringen Straße zum Platzen

„Hochwertige Sanierung“ der K9 zwischen Blender und Intschede 

Die Kreisstraße 9 wird zwischen Intschede und Blender saniert. Verkehrsschilder weisen schon länger auf die Schäden dort hin.

Intschede - „Wir werden eine bessere Straße bekommen“, versprach Werner Stadtlander, Leiter Fachdienst Straßen beim Landkreis Verden. Er informierte in der Intscheder Gemeinschaftssportanlage über die bevorstehende Sanierung der Kreisstraße (K) 9 zwischen Blender und Intschede. Zur Veranstaltung kamen rund 30 Anwohner aus Intschede und umliegenden Orten.

„Die Straße ist in einem Zustand, der nicht länger hinzunehmen ist. Dort muss etwas getan werden“, leitete Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse die Versammlung ein. Was geschehen soll, erklärte Stadtlander in gerade mal 20 Minuten. „Im Schnelldurchgang“, sagte er schmunzelnd.

Saniert werden rund 2400 Meter Straße von der Verkehrsinsel an der Einmündung zur Landesstraße 203 bis zur Insel am Ortseingang Intschede.

„Die Fahrbahn ist an beiden Seiten erheblich abgesackt, teilweise bis zu 15 Zentimeter. Zudem ist an einigen Stellen die obere Asphaltschicht aufgeplatzt“, beschrieb Stadtlander den Zustand. Grund für das Auseinanderfallen der Straße: Es liegen bis zu sieben Asphaltschichten übereinander, die nicht mehr richtig miteinander verbunden sind.

Dadurch lockert sich die Decke. Wasser dringt ein, und ein Wechsel von Frost und Tauwetter führt dazu, dass die obere Schicht abplatzt. „Einfach eine Schicht auf die andere zu bauen ist völlig unfachmännisch“, kritisierte der Fachdienstleiter seine Vorgänger.

Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse und der Blender Bürgermeister Andreas Meyer begrüßten Werner Stadtlander (von links), Leiter des Fachdienstes Straßen beim Landkreis. Er informierte über die bevorstehende Sanierung der K 9. Fotos: Sommerfeld

Damit „für die kommenden Jahrzehnte Ruhe ist“, soll die Straße in „hochwertiger Bauweise“ saniert werden. „Wir bauen das alte Material komplett wieder ein, so dass wir einen vernünftigen Unterbau haben“, sagte Stadtlander.

Die Breite bleibt mit etwa sechs Metern erhalten. „Breiter sollte es nicht werden, damit wir keine Rennstrecke bauen“, erklärte der Fachdienstleiter.

Zudem werden der Durchlass kurz vor Intschede erneuert und die Zufahrten zu den Feldern angepasst. Ganz wichtig: Die Bäume bleiben stehen.

Zwölf Wochen Bauzeit und ab 3. Juli gesperrt

In wie viele Abschnitte die Baustelle aufgeteilt wird, steht noch nicht fest. Das will Stadtlander mit den Landwirten klären. Nur soviel: „Je weniger Bauabschnitte es sind, desto schneller geht es voran.“

Geplanter Beginn der Bauarbeiten ist Montag, 26. Juni. Dann bereitet die Baufirma alles vor. Genau eine Woche später, am 3. Juli, wird die Straße komplett gesperrt. Zwölf Wochen Bauzeit sind vorgesehen, so dass Mitte September alles fertig sein müsste.

Für den Durchgangsverkehr, immerhin rund 3500 Autos pro Tag, soll eine Umleitung ausgeschildert werden. Die führt über Verden und Langwedel.

Der Radweg an der K 9 dagegen darf befahren werden, und auch der weitere Verlauf der Straße über das Wehr bleibt offen. Die Kosten der Sanierung, rund 840 000 Euro, trägt der Landkreis Verden.

„Dieser Teil der K 9 wird jetzt saniert, damit die Straße am Weserwehr neu gebaut werden kann. Es wäre fatal, den Baustellenverkehr durch die kleinen Orte zu führen – für den Fall, dass die Zufahrt dann richtig kaputt ginge. Der neue Oberbau hält den künftigen Baustellenverkehr aus“, beantwortete Werner Stadtlander die Frage eines Besuchers.

Kopfschütteln und Unverständnis von Anwohnern rief jedoch die Erneuerung der Mittelstreifen-Markierung hervor, geschehen vor einigen Tagen.

„Das ist doch Geldverschwendung“, meinten Bürger. Dazu sagte der Fachdienstleiter nichts. - is

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