Lokal-Promi Klaus Schierloh

Een Hilmbrooker Original

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Klaus Schierloh heute.

Viele in der Samtgemeinde kennen ihn, er ist ein fast 90-jähriger Einwohner in Riede-Heiligenbruch mit einem großen Gedächtnis, Klaus Schierloh erzählt.

Riede – Von Joachim Behr. Klaus Schierloh, vielen Alteingesessenen auch bekannt als „Albers Klaus ut’n Hilmbrook“, geht auf die 90 zu, ist natürlich ein Plattschnacker und fit wie ein Turnschuh. Er besitzt ein gewaltiges Gedächtnis und kann vieles aus seinem langen Leben erzählen. Sein Erinnerungsvermögen ist einfach phänomenal, man kann ihm stundenlang zuhören, wenn er aus erlebten Zeiten plaudert.

Der Name Albers stammt übrigens aus der Zeit Anfang des 18. Jahrhunderts, als auf der Hofstelle, sie gehörte damals zum Gut Heiligenbruch, mal ein Albert Ossmer wohnte. Aus Albert wurde Albers, für alle im Dorf ein Begriff.

Klaus Schierloh erblickte am 25. September 1930 das Licht der Welt, die Landwirtschaft seiner Eltern war auch sein Lebensunterhalt. Kühe, Schweine, Pferde und Hühner galt es zu versorgen.

Am 16. November 1962 heiratete er seine Ehefrau Erika, die im September 2015 verstarb, ein schwerer Schicksalsschlag für ihn.

Doch zurück in die ältere Vergangenheit: Die aufwendige Landwirtschaft lohnte sich nicht mehr. Klaus nutzte die Gelegenheit, sich bei der Bundespost in Bremen zu bewerben. Er konnte sofort seine Arbeit im Innendienst des Postamtes 1 aufnehmen. 1995 ging er in den wohlverdienten Ruhestand.

Er ist seit den 1940er-Jahren mit viel Engagement und Spaß aktiv im dörflichen Leben integriert, singt seit 1948 im Gemischten Chor (früher Männergesangverein) mit, gehört seit 1950 der Freiwilligen Feuerwehr Riede an, lange Jahre aktiv, heute in der Altersabteilung. Seit 1951 zählt der nach den Kriegswirren wieder gegründete Schützenverein Riede auf ihn. Das erste Schützenfest fand im Herbst in Jan Meyers Weide im Dorf statt. Wer war damals der erste Schützenkönig? Klaus weiß es natürlich ohne lange zu überlegen: „Heinrich Purnhagen aus dem Bruch.“ Vorsitzender war damals Dietrich Ortmann.

Schierloh wurde im Juli 2004 zum neuen Schützenkönig in Riede gekürt.

Der Höhepunkt für Klaus Schierloh folgte 2004, als er selbst zum Schützenkönig gekürt wurde. So war es kein Wunder, dass er als König Anfang Februar 2005 beim großen Karneval des MTV Riede die Konfettikanone zünden durfte.

Jahrelang war er mit seiner Erika zur Ostseeinsel Poel gefahren, sie hatten dort immer herrliche Urlaubstage erlebt. Beide waren übrigens von der Blasmusik fasziniert, aber auch klassische Musik hörten sie gerne, Klaus natürlich heute noch immer, „bloß nich so’n verrückten Kroom“, lacht er bei unserer Unterhaltung. Denn Klaus ist sehr belesen und interessiert sich für alles, was so auf der Welt passiert. Natürlich stehen auch die Nachrichtensendungen im Fernsehen ganz oben auf seiner Beliebtheitsliste.

Als amtierender Schützenkönig durfte er im Februar 2005 beim Rieder Karneval die Konfettikanone abschießen.

Alle Schützenfeste im weiten Umkreis besucht er, Hauptsache, dort ist ein Frühkonzert angesagt. Ob Wildeshausen, Grasberg, Worpswede, Heiligenrode, im Nachbardorf Felde oder das weltgrößte Schützenfest in Hannover – er ist überall dabei. Aber auch zu anderen Musikveranstaltungen fährt er hin.

Er ist seit einigen Jahren gerne beim Mittwochsklub des Schützenvereins in der Schützenhalle dabei, da wird viel über „Gott und die Welt“ geschnackt und dann auch mit dem Kleinkaliber „einer ausgeschossen“.

Vor etwas über 66 Jahren hatte er ein tolles Reise-Erlebnis: Sein Cousin Hans Schröder aus Donnerstedt (heute Seniorchef von Baumschulen Schröder) machte eine Gärtnerlehre in Bremen-Oberneuland. Danach wollte er aber noch mehr Wissen erwerben, sein Ziel war der Ort Wil im Schweizer Kanton St. Gallen.

Schierloh sprach den Bruder von Hans Schröder namens Heinrich an, der auch in Donnerstedt wohnte, ob sie den Bruder und Cousin in der Schweiz besuchen wollten. Gesagt, getan, Klaus mit seiner 125er DKW und Heinrich mit der NSU Fox machten sich auf die etwa 1 000 Kilometer lange Strecke. Autobahnen waren Mangelware, es ging von Nord nach Süd über Bundes- und Landstraßen. Klaus erinnert sich noch an alle Sehenswürdigkeiten, die beide unterwegs passierten, darunter den Kölner Dom. In Osterspai fanden sie in einer Gaststätte Unterkunft. Klaus: „Über meinem Bett nisteten die Schwalben.“

Das Bundeshaus in Bonn machte großen Eindruck auf die beiden, ebenso Burg Rheinstein. Sie fuhren immer am Rhein entlang. Nächste Stationen waren Heidelberg, dann der Schwarzwald, der Bodensee, weiter ging’s nach Konstanz und zum Säntis. Klaus kann sich noch an jeden größeren Ort, den er mit seinem Cousin Heinrich durchfuhr, erinnern.

Dann aber, nach rund einer Woche Fahrt, großes Hallo, sie hatten Hans Schröder gefunden, große Wiedersehensfreude und es folgten noch viele Besichtigungstouren, bis dann irgendwann der Heimweg wieder nach Donnerstedt und Heiligenbruch führte.

Und auch bald wird Klaus Schierloh sicherlich wieder auf Tour gehen, wenn irgendwo „seine“ Musik erklingt.

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