In Köln zusammengeschlagen

Hilfe für schwer verletzten Ex-Jockey - Bernard Duchemin plant Boule- Benefizturniere

Beim kampfsportartigen Angriff von zwei Jugendlichen in Köln durch einen Tritt an den Kopf lebensgefährlich verletzt: der Obdachlose Jean-Pierre, einst Jockey und Galoppertrainer. 

Thedinghausen/Köln – Als er vom tragischen Schicksal seines früheren Jockey-Kollegen und Freundes Jean-Pierre erfuhr, war Bernard Duchemin aus Thedinghausen sofort entschlossen, dem 68-Jährigen, ebenfalls aus Frankreich stammenden und seit vielen Jahren obdachlosen Mann zu helfen.

Jean-Pierre war vor wenigen Wochen von zwei Jugendlichen auf der Straße im Kölner Stadtteil Weidenpesch nach kurzem Wortwechsel angegriffen und durch einen Tritt gegen den Kopf so schwer verletzt worden, dass er zeitweise ins Koma fiel. Es existiert eine Videoaufnahme von diesem Vorfall, und auch das lokale Fernsehen berichtete über die brutale Tat. Anwohner beschreiben das Opfer als „total netten Kerl“, der offenbar vielen in dem Stadtteil bekannt war und einmal sogar von einem Passanten als „Kölner Urgestein“ bezeichnet wird.

Warum der früher im Pferdesport Aktive in die Obdachlosigkeit geriet, weiß auch Duchemin nicht. Jean-Pierre sei schon immer ein etwas scheuer und auch misstrauischer Mensch gewesen. Der schwer Verletzte ist nach Kenntnissen seines einstigen Kollegen inzwischen aus dem Koma erwacht und ansprechbar, kann aber nicht selber sprechen und sich kaum bewegen.

Eine voraussichtlich längerfristige Reha-Behandlung ist notwendig. Geschätzte Kosten: Rund 40 000 Euro. Das Problem: Der Obdachlose ist nicht versichert und hat auch lange nicht mehr gearbeitet.

Sein alter Bekannter aus besseren Zeiten ist seit einigen Jahren und auch im Rentenalter weiter als Boule- oder Pétanque-Sport aktiv und dort im Team sehr erfolgreich. Wem Boule nichts sagt: Es geht dabei darum, schwere größere Kugeln per Wurf möglichst dicht an einer kleinen, dem so genannten „Schweinchen“, zu platzieren. Duchemin, in der Achimer Boule-Gruppe im Rathaupark engagiert, aber auch als Lizenspieler in der Boule-Gemeinschaft Bremen und mit seinem Team von der Stadt Nordenham als Sportler des Jahres ausgezeichnet, plant nun Benefizturniere, bei denen sämtliche Einnahmen auf ein Spendenkonto zu Gunsten des notleidenden früheren Rennsport-Kollegen fließen.

Bernard Duchemin aus Thedinghausen ging sozusagen mit dem Kölner zusammen in die Rennsport-Lehre. Er war ebenfalls erfolgreicher Jockey, hat sich nun als Boulespieler einen Namen gemacht und bemüht sich um Spenden zur Finanzierung der Reha-Behandlung seines alten Sportfreundes.

Auch an andere Vereine dieser Sportrichtung schickte er schon Rundmails mit der Bitte um Unterstützung. Außerdem setzte sich der Thedinghauser aus Paris mit dem französischen Generalkonsulat in Frankfurt in Verbindung – mit dem Anliegen, Bruder, Schwester oder andere Verwandte des schwer Verletzten ausfindig zu machen, die sich um ihn kümmern könnten. Auch die mehrfache Siegerin des Arc de Triomphe-Rennens, Christiane Head, habe er über das Schicksal von Jean-Pierre informiert, berichtet der einstige Erfolgsjockey und spätere Galopper-Trainer Duchemin.

Er ist zuversichtlich, dass das benötigte Geld auch durch die Spendenaktion in Köln zusammen kommt. Er will selber als Bezieher einer nicht so hohen Rente dem früheren Rennstall-Kollegen „im Rahmen meiner Möglichkeiten“ weiterhin helfen. Kontakt zur Kölner Uni-Klinik gibt es ebenfalls, und auch der frühere Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma hat sich schon mit einer Nachfrage an Bernard Duchemin gewandt.

Das Spendekonto findet man im Internet:

www.gofundme.com/zbj3a-hilfe-fur-jeanpierre

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