Erster Preis für „Duplo und die Milchschnitte“

Poetry Slam: Heiter, persönlich, skurril

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Die Mitwirkenden des Abends, eingerahmt von den Moderatoren und mit Siegerin Lippy Punkstrumpf, (3. v. li.).

Thedinghausen - Bereits zum vierten Mal lud jetzt die Evangelische Jugend im Kirchenkreis Verden zu einer Open-Air Veranstaltung zum Erbhof ein. In diesem Jahr wurde das Open-Air als Poetry Slam mit Live Band organisiert.

Die Agentur MachtWorte! aus Hannover kümmerte sich um die Slammer und die Moderation des Abends. Die Jugendlichen organisierten mit Kreisjugenddiakon Jockel Bruns den Getränkeverkauf und den Ablauf vor Ort.

Viele der weit über 100 Besuchern waren bereits auf einem Poetry Slam, aber trotzdem erklärten die Moderatoren des Abends, Henning Chadde und Bernard Hoffmeister aus Hannover den Ablauf. Nach jedem Wortbeitrag, der die Dauer von sieben Minuten nicht überschreiten darf, bewertet eine Publikumsjury in mehreren Gruppen mit Punktekarten die Beiträge. „Bei 0 Punkten wäre der Text besser nie geschrieben worden.“ Eine Bewertung mit 10 Punkten entspricht „einem kollektiven Orgasmus, der das ganze Publikum erfasst.“ Aber der Wettbewerb ist eigentlich nur ein Nebenaspekt des Abends.

Auch Neulinge der Szene dabei

Als Supporter stellen sich zu Beginn einer Runde auch Neulinge in der Szene dem Publikum. Carina Falk aus Cluvenhagen und Diakon Christian Wietfeldt eröffneten „außer Konkurrenz“ die beiden Leserunden.

Mit Rita Apel (Vegesack), Eva Matz (Bremen), Lippi Punkstrumpf (Bremen) und Gerrit Wilanek (Hannover) standen erfahrene und bereits etablierte Künstler auf der Bühne.

Der inhaltliche Rahmen war weit gespannt. Von der Liebeserklärung an eine blonde Flasche Gilde-Bier über Gedanken zur Namensgebungen von Orten: „Liegt Thedinghausen wirklich an der Eyter? Das klingt ja sehr einladend“ bis zu politischen Standpunkten und Erlebnissen mit dem Anerkennungsverfahren von Flüchtlingen reichten die Beiträge.

Mal ernst, mal heiter, mal persönlich, mal skurril – die Zuhörer werden auf unterschiedlichsten Ebenen unterhalten aber auch gefordert. Die Sprache geht von drastisch und rau bis feinfühlig und subtil. Die Beziehungsebenen wechseln ständig - ein neuer Text, eine neue Geschichte. Auch das Publikum muss aufmerksam bleiben.

Längst keine reine Jugendkultur mehr

Rita Apel zeigt mit ihren Beiträgen, dass Poetry Slam längst keine Jugendkultur mehr ist, sondern dass sie mittlerweile Generationen verbinden kann. Das spiegelt sich auch bei den Besucherinnen und Besuchern des Abends wider. Eine der sechs Jurygruppen, die altersgemischt zusammengesetzt war, benötigt für ihre Urteilsfindung immer etwas länger als die anderen, weil die Inhalte und Gefühle erst ausdiskutiert und ausgesprochen wurden, bevor man sich dann auf eine Punktzahl einigen konnte.

Den musikalischen Rahmen des Abends bildete die Jugendband „Nervous finger“ aus Achim. Ihre Coversongs und Jingles bereicherten den Abend und wurden mit viel Beifall bedacht.

Nach zwei Vorrunden erhielten im Wettbewerb Eva Matz und Lippi Punkstrumpf die meisten Punkte und präsentierten jeweils einen weiteren Beitrag im Finale.

Siegerin wird dann Lippi Punkstrumpf mit ihrem Text „Duplo und die Milchschnitte“, einem modernen Märchen unter Verwendung von Namen von diversen Süßigkeiten.

Moderator Henning Chadde beschrieb den Abend so: „Alle, die sich dem Publikum stellten, sind Gewinner“ und so gibt es am Ende des Abends auch eher symbolische Hauptpreise für die Sieger. Die Unterhaltung des Publikums und der gemeinsame Spaß am Wortwitz und feinen Umgang mit Sprache standen im Vordergrund und dieser Funke sprang schnell über. Wer Lust auf mehr bekommen hat: Die deutschsprachigen Poetry Slam Meisterschaften finden Ende September in Hannover statt.

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