Hauseigner fühlt sich durch Vertrag entrechtet / Landkreis will variabel bleiben

Mieträume für Flüchtlinge: „Das unterschreibe ich nicht“

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Hans-Henning Korell aus Morsum möchte im Erdgeschoss seines Hauses, das er Schritt für Schritt renovieren will, gern Flüchtlinge unterbringen und ihnen dann auch bei der Integration helfen. Den Mietvertragsentwurf mit dem Landkreis zur Unterbringung hält er aber bisher für unzumutbar.

Morsum - Er möchte gern Flüchtlinge im von ihm selbst bewohnten Zwei-Familien-Haus Morsum mit unterbringen und 120 Quadratmeter Wohnraum an den Landkreis vermieten. Dessen Pläne und der vorliegende Mietvertragsentwurf jedoch gefallen Hans-Henning Korell überhaupt nicht.

„Erhebliches Konfliktpotential“ sieht der 66-jährige, frühere selbständige Werkstofftechnik-Ingenieur und jetzige Rentner voraus. „So werde ich das nicht unterschreiben“, bekräftigt er.

Besonders stört ihn der Passus, wonach er als Vermieter das Haus „zur Unterbringung von ausländischen Flüchtlingen – in wechselnder Personenzahl und Personenidentität“ bereit stelle.

Damit habe er selbst als Besitzer keinerlei Einfluss mehr darauf, wer wie lange die Wohnungen beziehe, moniert Korell. Die Aussage eines Landkreis-Vertreters nach Inspizieren des Erdgeschosses, dass hier Platz für etwa zehn Flüchtlinge sei, irritierte ihn noch mehr.

Da seien Auseinandersetzungen unter den Bewohnern vorprogrammiert, befürchtet der aus dem Kreis Holzminden stammende und seit 1982 in Morsum wohnende Hauseigner. Er sammelte über längere Zeit auch Auslandserfahrungen unter anderem in Italien und Ägypten. Daher wisse er zum Beispiel viel über die arabische Mentalität.

Die Tatsache, dass der Mietvertrag für ihn über zwei Jahre abgeschlossen werden solle, der Landkreis sich aber monatliche Kündigungsfristen vorbehalte, stört Korell ebenfalls. Das alles widerspreche gängigen Geschäftsbedingungen und sei wohl nur damit zu erklären, dass die zuständigen Behörden des Landkreises wegen des Flüchtlingsansturms stark unter Druck geraten und überlastet seien.

Als seriöser Mieter müsse der Landkreis das mit den wechselnden Personenzahlen und Personenidentitäten festlegen, betonte hingegen auf Nachfrage Karsten Bödeker, der stellvertretende Sozialamtsleiter beim Landkreis. „Wir wissen ja heute noch gar nicht, welche Flüchtlinge in ein paar Wochen eintreffen“, mcht er deutlich. Also gelte es, sich Entscheidungen zur Unterbringung auch im Vertrag offen zu halten.

Was das Konfliktpotential angehe, achte der Landkreis natürlich darauf – etwa hinsichtlich Anzahl und Geschlecht der in einem Wohnhaus Untergebrachten. Auch ethnische Hintergründe und daraus folgende Spannungen würden berücksichtigt.

Wenn aber Hauseigentümer spezielle Wünsche zuHerkunft oder Geschlecht von zu beherbergenden Flüchtlingen haben, sei auch direktes Vermieten an die betreffenden Personen möglich. Allerdings gebe es das Risiko, gerade Niemanden mit dem gesuchten Profil zu finden.

Der Landkreis garantiere auf jeden Fall pünktliche Mietzahlungen und richte die Räume bei Bedarf auch her, um gewisse Wohnstandards zu sichern, betont Karsten Bödecker.

Interessierte Vermieter dürften sich auch gern telefonisch weiter beraten lassen. Die Zentrale der Kreisverwaltung ist unter 04231/15-0 erreichbar.

la

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