Gute Ernährung ist eine Gestaltungsaufgabe 

Neuer Verein fördert Regionalität und Nachhaltigkeit in der Außer-Haus-Verpflegung

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Sie wollen Kompetenzen verknüpfen und sich gemeinsam für bessere und gesündere Verpflegung engagieren: Johanna Hartje-Böse, Elisabeth Böse, Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse, Claudia Elfers, Carsten Külker (beide Vize-Vorsitzende des Vereins „Besser essen!“), Vorsitzender Paul Brandt, Kassenwart Wolfgang Mindermann, sowie Carolin Grieshop vom „Ökolandbau Niedersachsen“ (von links).

Eißel/Achim – Die Verpflegungssituation in Kitas, Schulen und Krankenhäusern in Achim und umzu deutlich verbessern – das möchten die Aktiven des Vereins „Besser essen!“, der am 1. April gegründet wurde. Jetzt hatten die Initiatoren ihre Mitstreiter sowie interessierte Personen aus Politik, Verwaltung, Schule, Produktion und Vermarktung auf den Bioland-Hof Hartje-Böse nach Thedinghausen-Eißel zur Präsentation der Vereinsziele eingeladen.

Gleichzeitig diente der Termin dazu, Kontakte zu festigen und neue zu knüpfen. „Alle Beteiligten haben ein persönliches Interesse an besserer Verpflegung“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende Claudia Elfers, die einen breiten Erfahrungsschatz als Initiatorin des Projekts „Biostadt Bremen“ mit in die Initiative einbringt.

„Das Bewusstsein für gute Ernährung ist vielfach vorhanden, aber es wird nicht abgerufen“, weiß Vereinsvorsitzender Paul Brandt aus seinem Engagement im Achimer Schulausschuss.

Auch Dr. Carsten Külker wünscht sich eine deutliche Verbesserung: „Gesundheit ist mit Ernährung eng verknüpft und für junge, alte und kranke Menschen gleichermaßen von Bedeutung“, erklärt der Arzt aus der Chirurgie des Aller-Weser-Klinikums. Man wolle die richtigen Leute dort zusammenbringen, wo es wichtig ist: Aktuell etwa bei der Mensa-Planung an den Grundschulen in Morsum, Blender oder Riede, wo im Zuge der Umstellung auf Ganztagsangebote eine Mittagsverpflegung notwendig werde. Genauso aber in Kitas oder an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Achim, wo die Planung in vollem Gange ist. Der Verein möchte durch Vorträge und Projekte Vorbehalte bei Trägern abbauen – aufklären, beraten, mitgestalten und Schulen, Eltern und Politik näher zusammenbringen. „Eine eigene Küche könnte kostenneutral betrieben werden“, ist sich Paul Brandt sicher.

Seine Vision: Wo die Voraussetzungen fehlten, müsse man gesundes, leckeres Essen vor Ort zentral produzieren und auf kurzem Wege in die Einrichtungen bringen. Darüber hinaus möchte der Verein aber auch Esskultur vermitteln und über die Herkunft und Bedeutung gesunder Lebensmittel informieren sowie durch Teilhabe und Möglichkeit zur Mitgestaltung das Bewusstsein für gesunde Ernährung steigern. „Gute Ernährung ist eine Gestaltungs- und keine Verwaltungsaufgabe“, bringt Schirmherrin Carolin Grieshop vom Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN) in Visselhövede die Ziele auf den Punkt. Man müsse Märkte entwickeln, gemeinsames Essen wieder kultivieren und Jugendliche auf die Höfe bringen. „Unser Angebot und Wissenstransfer ist nicht auf Achim oder den Landkreis Verden begrenzt“, bekräftigt Claudia Elfers, „und auch nicht auf Bio festgelegt.“

Aber man wolle schon wissen, wie verwendete Lebensmittel produziert werden. Die rund 40 Gäste waren sich über die Notwendigkeit des Engagements einig: „Ich möchte, dass meine Enkel gesundes Essen in der Schule bekommen, das ökologisch produziert wurde“, erklärt Gastgeberin Johanna Hartje-Böse. Eine Agrarwende sei dringend erforderlich, und die Verbraucher seien dazu aufgefordert, endlich Verantwortung zu übernehmen.

„Hoffentlich ist das noch früh genug“, ergänzt ihre Schwester Elisabeth Böse, „wir werden uns zukünftig ökologisch ernähren müssen, daran führt kein Weg vorbei.“ Fragen Interessierter und Mitarbeit seien unbedingt erwünscht. 

Weitere Informationen per Mail an info@besseressen.online

sch

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