Rieder Gemeinderat befasst sich mit Biogasanlagenbau am Kuhdamm

Gülletourismus nicht zu befürchten

Das Funktionsprinzip der Anlage, die ohne externe Anlieferung betrieben wird. Foto: NLG

Riede-Felde - Von Philipp Köster. Rund 750 Milchkühe stehen in der Felder Anlage des Agrarbetriebs GCV KG am Kuhdamm. Hatte vor fünf Jahren allein die von der Unternehmensfühurung angedachte Erweiterung auf 1400 Tiere hohe Wellen geschlagen, so gab es im vergangenen Jahr Befürchtungen, als die Kommanditgesellschaft ein Bauverfahren zum Bau einer Biogasanlage angestrengt hatte. „Das war meine Befürchtung, dass wir es hier mit Gülletourismus zu tun haben würden“, brachte es Bürgermeister Jürgen Winkelmann in der Ratssitzung am Montagabend in der Felder Schützenhalle auf den Punkt.

Doch während Projektleiter Ralf von Häfen und Bauherr Kai Glander dem Gremium das Vorhaben erläuterten, löste sich möglicher Argwohn rasch in Wohlgefallen auf. Denn es wird keine Zuführung von externem Gärgut wie etwa Maissilage oder Gülle von anderen als den eigenen Tieren geben. Das versicherten beide mehrfach. Von Häfen ist Mitarbeiter der landeseigenen Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) und versteht sich auf die Umsetzung derartiger Projekte. Statt von einer Biogasanlage spricht er lieber von einer Güllevergärungsanlage. Das Projekt ist ihm zufolge ein vergleichsweise kleines. Es entspreche der Vorgabe des Gesetzgebers, dass Gülle möglichst energetisch verarbeitet werden soll. Da der Betrieb in dieser Größenordnung nur mit einem Blockheizkraftwerk mit 75 kW elektrischer Leistung wirtschaftlich ist, können nur 70 Prozent der Gülle energetisch verarbeitet werden, so Glander. Die Wärmeleistung wird im Winter laut von Häfen vor allem zur Beheizung des Fermenters genutzt. Durch den Entzug des Methans aus der Gülle geschehe die Ausbringung später deutlich geruchsärmer. Sehr selten abzufackelndes Gas erzeuge keinen signifikanten Lichtschein.

Die Vorstellung im Gemeinderat hatte indes quasi nachrichtlichen Wert, denn das Projekt wird im Außenbereich von einem privilegierten landwirtschaftlichen Unternehmen verwirklicht. Seitens der Verwaltung stehen dem Bau laut Mitteilungsvorlage keine Belange entgegen.

Gleichwohl läuft das Verfahren für die Änderung des B-Plans „Sondergebiet Rindviehhaltung“ nebst F-Plan-Änderung. Die Inbetriebnahme ist für den kommenden Herbst geplant, die Ausfuhr der ersten Gärreste für 2021.

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