Neues System soll Abhilfe schaffen

Er kam „heulend" zu Fuß nach Hause: Erstklässler an falscher Bushaltestelle gelandet

Die Schülerbeförderung an der Grundschule Morsum hakt. Ein neues System soll nun helfen.
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Die Schülerbeförderung an der Grundschule Morsum hakt. Ein neues System soll nun helfen.

Da gerät eine Mutter schon mal leicht in Panik. Janine Neumann aus Thedinghausen-Holtorf wusste jedenfalls nicht, wo ihr Junior Fiete nach dem Besuch der Grundschule Morsum abgeblieben war. „Und auch sonst wusste niemand, wo er war.“

Morsum – Schließlich kam der Erstklässler, gerade erst eingeschult, mit reichlich Verspätung doch noch zu Fuß zu Hause an. „Heulend“, wie die Mutter erzählt und weiter berichtet: „Eine Lehrkraft, die als Busaufsicht eingesetzt war, hat ihn offensichtlich in den verkehrten Bus gesetzt, und die Busfahrerin hat ihn dann einfach an einer Haltestelle in Beppen ausgesetzt. Zum Glück ist er – mutterseelenallein – in die richtige Richtung gelaufen, so ein Sechsjähriger kann ja noch nicht lesen – und in Beppen kennt er sich auch nicht aus.“

Morsum: Bus fährt an Haltestelle vorbei

Für Janine Neumann ist es nicht der erste Vorfall mit ihrem Fiete, bei dem es mit der Schulbusfahrt nicht rund gelaufen ist. „Schon am allerersten Schultag ist der Bus an unserer üblichen Haltestelle, Ecke Härsenstraße/Biefelweide, vorbeigefahren. Dabei hat die Fahrerin uns auf jeden Fall gesehen und hat trotzdem nicht gehalten.“

Janine Neumann weiß auch von anderen Eltern, dass es in jüngster Zeit Probleme mit der Schülerbeförderung gegeben hat. „Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass als Fahrer nur Spanier oder Spanierinnen eingesetzt werden. Die verstehen die Kinder schlichtweg nicht, vor allem, wenn sprachlich einmal größere Probleme gelöst werden müssen.“

Für die engagierte Mutter ein Unding: „Ich und auch andere Eltern, wir vertrauen darauf, dass die Kinder morgens abgeholt und mittags wieder zurückgebracht werden. Wozu braucht man sonst eine Schülerbeförderung? Diese Situation ist ja gerade zu eine Einladung für Elterntaxis.“

Schulbusse sollen gelbe oder blaue Punkte bekommen

Zum Hintergrund: In Morsum dürfen die Schüler erst ab der dritten Klasse mit dem Fahrrad anreisen. Janine Neumann hat auch schon die Polizei in dieser Sache kontaktiert: „Aber die kann nichts machen, solange keinem Kind etwas passiert ist. Es muss sich aber etwas ändern.“ Genau auf diesem Grund trafen sich jetzt Vertreter des Landkreises (für die Schülerbeförderung zuständig), der Grundschule, des beauftragten Busunternehmers von Rahden sowie der Eltern zu einem Gespräch, bei dem nach Verbesserungsvorschlägen gesucht wurde. Die wurden auch gefunden.

Die beiden Busse werden jetzt mit einem unübersehbaren gelben oder blauen Punkt versehen. Gleichzeitig erhalten die Schüler einen Anhänger in entsprechender Farbe sowie mit Namen und Haltestelle. Dazu Ralf Felden, beim Landkreis zuständig für Schülerbeförderung, Schulbus- und Linienbusverkehr: „Damit müsste gewährleistet sein, dass, wenn Busaufsicht und Fahrer aufmerksam sind, alle Kinder in den richtigen Bus einsteigen. Separate Haltestellen für jeden Bus geben die Platzverhältnisse auf dem Wendeplatz an der Grundschule Morsum nicht her.“

Felden verweist zudem darauf, dass alle Fahrer telefonisch mit einer spanisch sprechenden Hotline in der Buszentrale in Schwanewede in Verbindung treten können, um Probleme zu schildern und gegebenenfalls das Handy auch an die Schüler weitergeben zu können.“

Schulbus in Morsum: Mutter will am Ball bleiben

Felden: „Ganz davon abgesehen, hat der geschilderte Vorfall nichts damit zu tun, dass der Fahrer oder die Fahrerin Spanier sind. Diese Fahrer sind schon so lange in Deutschland, dass es für eine Kommunikation mit den Schülern reicht.“

Felden weiter: „Ich will gar nicht verhehlen, dass es in diesem Fall von Seiten vieler Beteiligter nicht so gut gelaufen ist. Der Schüler ist im falschen Bus gelandet, und dann an einer Haltestelle ausgestiegen. Die Fahrerin konnte in diesem Moment nicht wissen, dass das für ihn die verkehrte Bushaltestelle war. Sonst wäre sie sicher nicht einfach weitergefahren.“

Felden setzt darauf, dass sich die jungen Abc-Schützen mit Hilfe der Neuerungen bald so zurechtfinden werden, dass derartige Missgeschicke zu Lasten der jüngsten Schüler nicht mehr vorkommen. Das hofft auch Janine Neumann, die in dieser Sache am Ball bleiben will.  

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