Feld zwischen Amedorf und Ritzenbergen

Gratis-Kartoffelernte Ende Dezember - weil der Bodenfrost fehlt

Blender - Die Kartoffelernte ist gewöhnlich im Herbst eingebracht. Auf einem Feld zwischen Ritzenbergen und Amedorf liegen aber auf rund 1300 Quadratmetern noch rund acht Tonnen der Sorte Belana.

Weil es noch keinen nennenswerten Bodenfrost gegeben hat, sind die Erdäpfel in gutem Zustand – und warten gleichsam darauf, von Kindern, Eltern und Großeltern ausgebuddelt und zu Gratins, Pommes frites, Kartoffelsalat und Stampf verarbeitet zu werden. Denn der Pächter des Feldes, der Daverdener Tierarzt und Landwirt Rudolf Lüdemann, lädt alle Interessierten ein, sich ab sofort die Eimer zu füllen.

Mit einer wichtigen Einschränkung: Die Kartoffelernte darf unter keinen Umständen mit schwerem Gerät erfolgen. Fahrzeuge sollen auch nicht aufs Feld. Das würde den durch die vielen Regenfälle im Herbst nassen und schweren Boden in Mitleidenschaft ziehen. Damit ist auch schon angedeutet, warum die Kartoffeln überhaupt noch auf dem Acker sind.

Feld von Familie Lüdemann für Ernte offen

Lüdemann und sein Sohn Schweder hatten das Feld einem Freund aus Visselhövede zur Bepflanzung zur Verfügung gestellt. Nach dem abermals extrem heißen und trockenen Sommer und dem ungewöhnlich nassen Herbst hatte jener Freund mit großer Anstrengung nur einen Teil der Kartoffeln aus der Erde geholt, als es einige Tage trocken war. „Das sieht man dem Feld trotzdem an“, zeigt Rudolf Lüdemann auf die Spuren, die die Rodungsmaschine hinterlassen hat. Der nährstoffreiche Lössboden wird bei Feuchtigkeit sehr schwer und glitschig.

Zwischen Amedorf und Ritzenbergen liegt das gepachtete Feld. Schweder (l.) und Rudolf Lüdemann befüllen einen Eimer für das Mittagessen.

Vier Reihen sind am Ende stehen geblieben, die nun zur Ernte freigegeben sind, ohne aber dass der halbe Acker fortgetragen wird. Handarbeit ist also angesagt, wenn sich die Freunde der gelben Frucht, mit einer Grabegabel und einem Eimer oder Korb bewaffnet, ans Werk machen.

Bis zum ersten reellen Frost sollten die Kartoffeln aus dem Boden geholt sein. Denn dann verderben sie.

Schweder Lüdemann holt die Kartoffeln aus der Erde.

Auf einem anderen Feld von Rudolf Lüdemann lagern übrigens weitere Erdäpfel, die er selbst noch ernten will. Falls es in diesem Winter keine satten Minustemperaturen gibt, könnte es sogar möglich sein, dass er im trockenen Frühjahr mit herkömmlichem Erntegerät auf den Acker kann. Denn eins ist klar: Die Knollen müssen spätestens dann raus aus dem Boden. Verblieben sie im Acker, würden sich Kartoffelkrankheiten breitmachen.

Schilder weisen Weg zur kostenlosen Kartoffelernte

Rudolf und Schweder Lüdemann verstehen ihre Einladung zur Gratis-Kartoffelernte als Geste in unruhigen Zeiten. „Wir wollen damit ein bisschen den guten Willen der Landwirtschaft dokumentieren.“

Die vier Reihen mit ungeernteten Kartoffeln befinden sich auf einem Feld zwischen Amedorf und Ritzenbergen, und zwar am Ritzenberger Weg gegenüber der Hausnummer 11. Schilder weisen auf das Areal.

Rubriklistenbild: © Köster

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