Vorstoß der Grünen

Glyphosat-Verbot auf allen gemeindeeigenen Flächen?

Ein Traktor mit Sprühanlage auf einem Maisfeld im Einsatz. Solche Bilder soll es mit Blick auf Glyphosat nach den Vorstellungen der Grünen auf von der Gemeinde verpachteten Flächen künftig nicht mehr geben.

Blender - Glyphosat: Dieses häufig gebrauchte Unkrautvernichtungsmittel ist in den letzten Wochen erneut in die Schlagzeilen geraten – hauptsächlich, weil die Bundesregierung mit ihrer Stimme dafür gesorgt hat, dass die Zulassung des umstrittenen Mittels in der EU um fünf Jahre verlängert wurde.

Das will man vielfach auf regionaler und kommunaler Ebene nicht so hinnehmen. Der Gemeinderat Blender beschäftigt sich auf seiner nächsten Sitzung (Donnerstag, 22. Februar um 19.30 Uhr in der Intscheder Gemeinschaftssportanlage) mit dem Thema. Dem Rat liegt ein Antrag der Grünen vor, den Einsatz des Totalherbizids Glyphosat auch auf gemeindeeigenen verpachteten Flächen zu verbieten. Bisher hatte sich die Gemeinde lediglich dazu verpflichtet, im Rahmen der Bauhoftätigkeit kein Glyphosat in der Gemeinde Blender zu nutzen.

Im Antrag der Grünen heißt es nun: „In alle Pachtverträge der Gemeinde Blender für landwirtschaftlich oder anderweitig genutzte Flächen wird zum nächstmöglichen Zeitpunkt folgender Passus aufgenommen: Der Einsatz von glyphosathaltigen Pestiziden ist auf gemeindeeigenen Flächen – auch verpachteten – nicht zulässig.“

Wahrscheinlich krebserregend

Die Grünen um Antragstellerin Gitta Stahl weisen in ihrer Begründung darauf hin, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend sei (laut WHO). Ferner stehe Glyphosat im Zusammenhang mit dem dramatischen Insektensterben und der abnehmenden Artenvielfalt, da es die Lebensgrundlage von Insekten und die Artenvielfalt vernichtet. 

Damit steht die Sicherstellung der Bestäubungsleistung wichtiger Obst- und Gemüsesorten vor dem Kollaps. Im Antrag heißt es: „Das müssen wir als Gemeinderat für die nachfolgenden Generationen verhindern.“ Gitta Stahl verweist in diesem Zusammenhang an die Vorbildfunktion der Gemeinde und die Signalwirkung für die Bürger.

Ähnliche Anträge sollen in anderen Räten folgen

Laufende Verträge wären von einer möglichen Neuregelung natürlich nicht betroffen. Ähnliche Anträge sollen in Kürze auch in den Räten der Gemeinden Thedinghausen, Emtinghausen und Riede eingebracht werden. Riesige Flächen in Gemeindebesitz gibt es in der Samtgemeinde übrigens nicht. Meist handelt es sich um Deichflächen oder Flächen im Außendeichsbereich (in der Gemeinde Blender beispielsweise in Intschede). Lediglich die Gemeinde Thedinghausen verfügt über nennenswerte landwirtschaftlich verpachtete Flächen.

Auf den Gemeinderat, in dem auch Landwirte sitzen, kommt eine spannende Diskussion zu, wobei natürlich auch noch andere Punkte auf der Tagesordnung stehen (siehe Text unten).

sp

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