Wie die Rieder Pastorin ihren Arbeitsalltag in Corona-Zeiten bewältigt / Konfirmation verschoben / Osterflashmob

Den Gläubigen nahe – mit E-Mails, Telefon und Handy

Birgit BrederekePastorin in Riede

Riede - Von Philipp Köster. Wie so viele Bereiche des öffentlichen Lebens sind auch die Kirchen von der Coronakrise betroffen. „Ich bin eine Pastorin ohne Gemeinde“, sagt die Rieder Geistliche Birgit Bredereke.

Aber auch wenn ihr der unmittelbare Kontakt zu den Gemeindegliedern fehlt, versucht sie doch so gut es geht, ihnen nahe zu sein. „Ich verbringe viel Zeit am Schreibtisch und nutze E-Mails, Telefon und Handy.“

Am Wochenende hat sie über diese Kommunikationswege ein „Wort zum Sonntag“ verteilt und einen Andachtstext an die Kirchentür gehängt. Zum Halten einer Videopredigt auf Youtube sieht sie sich nicht berufen. „Darin bin ich kein Naturtalent“, gibt sie zu und verweist auf ein solches Format des Verdener Superintendenten Fulko Steinhausen. Er hatte eine Videopredigt im Dom gehalten. Dort hätte eigentlich der jährliche Kirchenkreisgottesdienst gefeiert werden sollen. Doch in diesem Jahr ist alles anders, „in dieser komischen Zeit“, wie Birgit Bredereke findet.

Auf die Frage, wie sie die Corona-Pandemie theologisch einordnet, sagt sie, es handele sich definitiv nicht um eine Strafe Gottes, wie es manche amerikanische Pastoren behaupten. Wenn wir auch nicht im Paradies lebten, und von einer solchen Pandemie nicht verschont blieben, sei die theologische Botschaft doch, dass wir von Gott bewahrt würden.

So ganz auf den Kontakt mit den Gläubigen muss Bredereke dann doch nicht verzichten. „Dieser Tage sind viele Leute in Riede auf dem Friedhof und sorgen sich um die Gräber. Da sind dann Gespräche möglich – auch über zwei Meter Abstand hinweg.“ Besuche seien bis auf wenige Ausnahmen, etwa bei einem Trauergespräch, nicht möglich.

Und was liegt den Menschen auf dem Herzen, brennt ihnen auf der Seele? Sie seien verunsichert, hat die Pastorin festgestellt. Aber auch, dass es den Leuten in der Gemeinde Riede noch relativ gut geht.

Doch das kirchliche Leben werde auch in der nächsten Zukunft eingeschränkt sein. So wird die Konfirmation von Ende April voraussichtlich auf den Erntedanksonntag, 4. Oktober, verschoben.

Für die Karwoche und Ostern arbeitet Birgit Bredereke mit ihrem Team noch an Ideen. So soll es einen Osterbrief geben, der die Gläubigen durch diese wichtige Zeit im Kirchenjahr begleitet. Und für den Ostergottesdienst planen die Rieder eine Art Flashmob: Rund um die Andreaskirche postieren sich die Bläser und spielen – mit dem gebotenen Abstand gleichsam als Solisten, aber dann doch auch wieder gemeinsam – „Christ ist erstanden“. „Das ist eine Aktion des Posaunenwerks, die wir aufgreifen, also klauen. Das ist bei der Kirche erlaubt“, sagt die Pastorin und lacht.

Eine gute Idee geklaut hat sie auch bei der Kirchengemeinde Oiste. Zu Gottesdienstzeiten und täglich um 18 Uhr läuten die Glocken, um zu Andacht und gemeinsamem Vater Unser einzuladen. „Die Menschen öffnen dafür sogar ihre Türen, weil sie merken, dass die Kirche da ist“, hat Birgit Bredereke mit Freude festgestellt.

• Sie verteilt auch am kommenden Samstag wieder ein „Wort zum Sonntag“ per E-Mail. Den Verteilerkreis erweitert sie gern. Sie ist weiterhin jederzeit telefonisch unter 04231/67 19 45 oder per E-Mail an birgit.bredereke@evlka.de erreichbar, Dienstag vormittags auch weiterhin im Kirchenbüro oder in und um die Kirche.

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