Letztlich doch 30 .000 Euro vom Gemeinderat

Gerangel um Zuschuss für Dorfgemeinschaftshaus

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Der Wulmstorfer Schießstand soll ein Dorfgemeinschaftshaus werden. Der Gemeinderat beschloss nach hartem Gerangel, für das Vorhaben 30.000 Euro beizusteuern.

Thedinghausen/Wulmstorf - Das war knapp: Mit der hauchdünnen Mehrheit von 8:7-Stimmen (bei einer Enthaltung) sicherten sich Schützen- und Dorfverein Wulmstorf auf der Sitzung des Thedinghauser Gemeinderates am Dienstagabend im Morsumer Gasthaus Döhling einen dringend benötigten Zuschusss in Höhe von 30.000 Euro.

Wie berichtet, soll auch mit Hilfe dieses Geldes der Kauf und der Umbau des Schießstandes in ein Dorfgemeinschaftshaus für beide Vereine und alle Bürger finanziert werden (Gesamtkosten 90 000 Euro). Grundsätzlich waren sich alle Ratsmitglieder einig: Das neue Dorfgemeinschaftshaus ist eine gute Sache. Doch schließlich hat man Prizipien. Lokalpolitisch heißen diese in Thedinghausen Grundsätze. Und einer dieser Grundsätze lautet: Kein Verein erhält Zuschüsse für Vorhaben (meist ein Drittel der Gesamtsumme), der diese Gelder anfordert, nachdem er schon Tatsachen geschaffen hat.

Und genau das war in Wulmstorf passiert. Für 40.000 Euro hatten Schützen und Dörfler bereits den Schießstand erworben (Randnotiz: Ausgerechnet die Wulmstorfer Ratsmitglieder Mensen und Metz, die es hätten wissen müssen, hatten voreilig den notariellen Kaufvertrag unterschrieben).

In der vehementen und turbulenten Diskussion ging es letztlich darum: Machen wir bei den Wulmstorfern eine Ausnahme und überweisen trotzdem die 30.000 Euro, oder gibt es nur Geld (17.000 Euro) für die noch anstehenden Umbaumaßnahmen.

Tenor bei der SPD (Hans-Michael Künnemeyer, Anke Fahrenholz) und der UBL (Daniel Strassner): Wir dürfen uns von den Vereinen nicht auf der Nase herumtanzen lassen und derart offensichtliches Fehlverhalten auch noch belohnen. Unfreiwillige Schützenhilfe erhielten die „Zuschuss-Gegner“ im wahrsten Sinne des Wortes ausgerechnet vom Wulmstorfer Schützen-Vorsitzenden Gerhard Körn, der erklärte, dass der Schießstand eigentlich schon bezahlt sei. Dennoch der Tenor bei der CDU (Karin Bergmann, Stefan Schröder): Wir sollten uns bei der Entscheidung für ein sinnvolles Projekt nicht ausschließlich von Formalitäten leiten lassen. Für die Realisierung des Vorhabens wird das Geld schließlich gebraucht. Und Verena Garscha (Grüne meinte): „Man kann doch nicht das ganze Dorf darunter leiden lassen, dass zwei Leute im Vorfeld etwas verpaddelt haben.“

Einig wurden sich beide Seiten nicht. Den Auschlag bei der Abstimmung gaben letztlich die Stimmenthaltungen von Heinz von Hollen (parteilos) und vor allem von Rolf Grieme. Der Sozialdemokrat stimmte für den vollen Zuschuss.

Der Tagesordnungspunkt zog übrigens einen kleinen Rattenschwanz hinter sich her. Zum einen wurde Verwaltungschef Harald Hesse beauftragt, bis zur nächsten Ratssitzung eine überarbeitete Fassung für „Grundsatz-Zuschüsse“ vorzulegen. Zudem wurde dem TSV Morsum, dem vor gar nicht langer Zeit eine Beihilfe (2000 Euro) für eine bereits erfolgte Baumaßnahme verweigert worden war, seitens einiger Ratsmitglieder empfohlen, diesen Antrag noch einmal zu stellen. Schließlich müsse man alle Vereine gleich behandeln.

sp

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