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Gemeinderat Emtinghausen stimmt mehrheitlich für die Eyterbrücke

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Von: Manfred Brodt

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Es stehen nur noch Reste der Brücke und Staustufe. Für Spaziergänger und Radler soll die Brücke zwischen Emtinghausen und Schwarme wieder aufgebaut werden.
Es stehen nur noch Reste der Brücke und Staustufe. Für Spaziergänger und Radler soll die Brücke zwischen Emtinghausen und Schwarme wieder aufgebaut werden. © Brodt

Bahlum – „Was zusammengehört, wächst zusammen“, lautet ein großes Wort von Willy Brandt zur Deutschen Einheit. Im Miniaturmaßstab kann man das jetzt auch sagen zur Brücke über die Eyter von Emtinghausen nach Schwarme, die jetzt mit kräftiger Unterstützung des Landes Niedersachsen wieder aufgebaut werden soll. Das entschied am Mittwochabend der Gemeinderat von Emtinghausen auf seiner außerordentlichen Sitzung in der Bahlumer Schützenhalle.

Damit fiel nach längerem Zwist eine Entscheidung. Vor gut einem Jahr hatte sich das Gremium mit der Mehrheit von einer Stimme wenigstens dazu entschließen können, für das Projekt einen Förderantrag zu stellen.

Die Antwort des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL) in Sulingen auf den Förderantrag war dann aus Sicht der Gemeindeverwaltung überaus positiv. Es schickte einen Zuwendungsbescheid, nach dem das Land 63 Prozent der veranschlagten Kosten von exakt 115 701,32 Euro übernimmt für den Bau der Brücke und die Befestigung des Weges Wohlersdamm bis zur Eyterbrücke. Da auch Schwarme 22 373 Euro beisteuern will, bleibt ein Eigenanteil der Gemeinde Emtinghausen von 20 436 Euro.

Trotz dieser positiven Signale lebte zunächst die Grundsatzdiskussion des vergangenen Jahres jetzt wieder auf, und die Skeptiker bestimmten die Diskussion. Jörg Schümann (WGE) unterstrich, man kenne jetzt nur den maximalen Zuschuss von 72 000 Euro, aber nicht die tatsächlichen Kosten. Fraktionskollege Jan Schäfer unterstützte, auch angesichts der ständigen Unterhaltung des Weges Wohlersdamm fielen dann der Gemeinde ständige Folgekosten vor die Füße. Statt gut 20 000 Euro für die Brücke auszugeben, sollte man lieber die Summe für Tourismus und neue Ideen im Dorf ausgeben.

Torsten Niemann (CDU) hielt dagegen, der Rat solle nicht alles wieder von vorne besprechen, was schon zehnmal „durchgekaut“ worden sei. Der Weg werde schon nicht von Landwirten und anderen kaputt gefahren. Die gemeinsame Brücke mit Schwarme sei eine Chance, dieses schöne Stück Natur für Fußgänger und Radfahrer zu öffnen und zugleich Flora und Fauna sich dort entwickeln zu lassen.

Solche Projekte stünden in Schwarme und auch im Lande hoch im Kurs. Niemann bedauerte allerdings mehrfach, dass es im vergangenen Jahr versäumt worden sei, konkrete Angebote einzuholen.

Emtinghausens Bürgermeister Gerold Bremer (CDU) dämpfte die finanziellen Ängste, die Planungskosten und das nach einer Kostenschätzung des Landkreises berechnete Projekt seien im Haushalt abgesichert.

Samtgemeindebürgermeisterin Anke Fahrenholz drückte aufs Tempo: „Schwarme wartet und das Amt für regionale Landesentwicklung auch.“

Es existiert enormer Zeitdruck, denn der Neubau der Brücke und die Befestigung des Weges müssen bis Ende Mai 2023 abgerechnet werden, sonst kann der Zuschuss verfallen.

Die Mehrheit aus fünf Stimmen der CDU mit Gerold Bremer, Tim Appmann, Torsten Niemann sowie Lars Beckefeld (WGE) und Nathalie Körte (SPD) brachte jetzt das Projekt auf den Weg bei einer Gegenstimme von Marina Meyer (Grüne) und drei Enthaltungen von Harald Hemmje (Grüne), Jörg Schümann und Jan Schäfer (beide WGE).

Der Grundsatzbeschluss gilt bis zu einem Eigenanteil der Gemeinde Emtinghausen von 20 436 Euro plus möglicher Kostensteigerungen von zehn Prozent. Sollte die Gemeinde mehr bezahlen müssen, wäre ein neuer Beschluss des Rates erforderlich.

Das Projekt wird sicher gerade bei älteren Mitbürgern Erinnerungen wecken, denn die Eyterbrücke mit der Staustufe diente nicht nur den Landwirten zur Bewässerung ihrer Felder, sondern in dem gestauten Gewässer lernten manche Kinder und Jugendliche auch schwimmen.

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