Gemeinderat bringt See-Sanierung auf den Weg / Arbeitskreis gegründet

Konzept erarbeiten und dann Gelder einwerben

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Der Gemeinderat will den Blender See sanieren. Ein Arbeitskreis soll jetzt Konzepte erarbeiten und Fördergelder einwerben.

Blender - Erstmal wurden Stühle geschleppt – die vorhandenen Sitzgelegenheiten reichten bei weitem nicht, so groß war der Andrang bei der Ratssitzung der Gemeinde Blender am Donnerstagabend im Feuerwehrhaus.

„Schön, dass wir ein volles Haus haben, das nächste Mal können wir ein Zelt aufstellen“, begrüßte Bürgermeister Rolf Thies launig die Besucher. Diese waren hauptsächlich wegen eines Tagesordnungspunktes Punkts gekommen: Der Sanierung des Blender Sees. „Die Wasserqualität wurde viermal untersucht und war in Ordnung. Dann kam die Hitze, der Sauerstoffgehalt nahm ab und das Blaualgenwachstum zu. Jetzt hat der Landkreis kein Algenwachstum mehr festgestellt“, leitete Gemeindedirektor Harald Hesse ein und folgerte: „Der See reagiert schnell auf äußere Einflüsse.“

Das alles zeigt: „Das Gewässer ist dringend sanierungsbedürftig.“ – „Warum tut die Gemeinde nichts?“, hatte ein Besucher zu Beginn der Sitzung gefragt. Die Frage will Hesse auf eine „höhere Ebene“ heben, denn es fehlt das Geld für eine Sanierung. „Wir wollten eine Grundwasseruntersuchung vornehmen lassen und holten Angebote ein. Die Untersuchung würde mehrere Zehntausend Euro kosten, was die Gemeinde finanziell überfordert“, erklärte er und ergänzte: „Da reichen nicht mal Samtgemeinde und Landkreis, sondern wir brauchen überregionale Geldgeber.“

Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) habe signalisiert, dass er Geld für ein wasserwirtschaftliches Konzept beisteuern wolle. „Wir müssen Zeit investieren und Fachverstand bündeln, um die Erkenntnisse der IG Blender See zu beurteilen, und dann bekommen wir überregionale Gelder“, sagte Hesse. Die Sanierung des Sees sei für EU-Förderung angemeldet, doch noch fehle das schlüssige Konzept.

Das soll ein Arbeitskreis erarbeiten, dem Andreas Meyer (CDU) und Holger Haßfeld (SPD) vom Gemeinderat, Gemeindedirektor Hesse und Umweltplanerin Christiane Reinke, Miteigentümer und Vertreter der IG Blender See, Landkreis, NLWKN und Fischereiverein angehören. Nach den Sommerferien soll es losgehen.

„Wir sollten schon jetzt einfache Abhilfe schaffen“, forderte Andreas Meyer. Sein Antrag: Gräben und Sandfang reinigen, die Zuflüsse Bullershoper Graben und Hauptgraben freiräumen. Die SPD schloss sich dem an. So stimmte der Rat einmütig für die vollständige Sanierung des Sees, die Einrichtung des Arbeitskreises und die „Sofortmaßnahmen“.

Noch nicht informiert zeigten sich Rat und Verwaltung übrigens über das Fischsterben im Intscheder Hafen (wir berichteten).

is

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