Gemeinderat beschließt den Plan einstimmig / Schon jetzt 47 Interessenten

„Illmer 5“– und kein Ende des Wohnbaubedarfs in Sicht

Thedinghausen - Die Einwohnerzahlen in der Gemeinde Thedinghausen wachsen weiter, und auch bundesweit zeigt die Kurve der Bevölkerungsentwicklung allen früheren Prognosen zum Trotz wieder leicht nach oben. Dementsprechend sei der Bedarf nach Wohnraum weiterhin erheblich.

Auf diese Trends wies Diplomingenieurin Ina Rehfeld vom Oldenburger NWP-Planungsbüro mit hin, als sie im Gemeinderat Thedinghausen die Eckdaten des Bebauungsplans „Illmer 5“ noch einmal vorstellte.

Im ersten Schritt sind hier gut 40 neue Wohneinheiten vorgesehen, aber insgesamt 120 möglich – 100 Einfamilien- und vier Mehrfamilienhäuser.

Erschlossen wird das Gebiet vor allem von der Bremer Straße her und durch einen internen „Ring“. Maximal zweigeschossig darf gebaut werden.

„Illmer 4“ sei schon sehr schnell zu vermarkten gewesen, und für „Illmer 5“ gebe es jetzt bereits 47 Interessenten, erläuterte die Planerin. Einstimmig befürwortete der Rat am Ende die Aufstellung dieses Bebauungsplans samt frühzeitiger Bürgerbeteiligung.

Planerin Rehfeld hatte zuvor noch darauf hingewiesen, dass bei voller Ausnutzung dieses Baugebiets auch mit rund 240 weiteren Fahrzeugen gerechnet werden müsse. Den Zusatzverkehr könne die Bremer Straße gut aufnehmen. Wegen der Lärmwerte tagsüber sei aber passiver Schallschutz in den Wohnhäusern erforderlich. Terrassen, Balkone und Schlafzimmer sollten selbstverständlich auf der straßenabgewandten Seite liegen.

In einem solch großen Wohngebiet, das in etwa mit dem auf dem Gelände der früheren Uesener Steubenkaserne vergleichbar sei, würden sicher noch „viele kleine Zwerge“ mit hinzukommen, wies der parteilose Ratsherr Heinz von Hollen auf einen anderen Aspekt hin. Auch das sei bei der Planung zu bedenken.

Prinzipiell sei der Bau einer Kindertagesstätte in einem allgemeinen Wohngebiet zulässig, antwortete Ina Rehfeld. Auch Kinderspielplatz der Bolzplatz seien möglich, rein rechtlich aber nicht zwingend erforderlich, sondern eine freiwillige Leistung.

Dieter Mensen von der Grünen Liste schlug vor, schon eine Gemeinbedarfsfläche in dem Gebiet freizuhalten, was Samtgemeindebürgermeister als im Vorhinein überflüssig ablehnte.

Abmachungen zum Anschluss ans Breitband-Internet müssten außerhalb der Bauplanung festgeklopft werden, machte die Diplomingenieurin vom Oldenburger Büro noch deutlich.

Regenrückhaltebecken und Versickerungsmöglichkeiten auf den Grundstücken oder in Mulden gehören ebenso zum „Illmer 5“-Konzept wie „Randeingrünungen“ und andere Gestaltungsmerkmale.

Verwundert zeigten sich Ratsmitglieder darüber, dass der Nachbarlandkreis Nienburg in einer Stellungnahme zum „Illmer 5“-Plan bezweifelt hatte, dass es überhaupt Bedarf für ein so riesiges Wohngebiet gebe.

Das sei vermutlich für Regionen, die mit einem drastischem Rückgang der Einwohnerzahlen zu kämpfen haben, auch kaum nachvollziehbar, meinte die Planerin.

la

Rubriklistenbild: © dpa

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