Gemeinderat beschäftigt sich erneut mit Bebauungsplan „Eyterniederung“

Auch Platz für Landwirte

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Ein Demonstrationsobjekt steht bereits in Lunsen. Den Aufbau und Betrieb eines solchen mobilen Hühnerstalles genehmigte der Thedinghauser Gemeinderat.

Thedinghausen - Zweck des künftigen Bebauungsplanes „Eyterniederung/Beppener Bruch“ ist vorrangig der Schutz von Natur und Landschaft in diesem rund 1300 Hektar großen Areal. Allerdings müssen auch die Belange der Landwirtschaft berücksichtigt werden (wir berichteten ausführlich).

Dieser Spagat beschäftigte in weiteren Verfahrensschritten (Auslegungsbeschluss, Behördenbeteiligung) den Thedinghauser Gemeinderat auf seiner Sitzung am Dienstagabend im Gasthaus Niedersachsen.

Soviel vorweg: Der B-Plan fand eine mehrheitliche Zustimmung – auch wenn Planer Michael Meier (Oldenburg) als Folge verschiedener Einwände der Landwirtschaft in diesem Gebiet noch mehr Raum geben musste. Alle Vorhaben stehen im Moment noch auf dem Papier. Eine Umsetzung ist aber bei Inkrafttreten des Planes möglich. Neben einigen kleineren Verschiebungen fielen dabei besonders drei Abänderungen ins Gewicht:

Die Straußenfarm in Werder darf auf ihren angrenzenden Weiden acht kleinere Ställe (Schutzhütten) für ihre Tiere errichten. Zudem kann ein Milchbauer aus Beppen seinen Betrieb ebenfalls im B-Plan-Gebiet erweitern. Diesem Landwirt war zuvor ein hofnahes Areal „zugewiesen“ worden – das sich aber nach Prüfung durch die Landwirtschaftskammer als weitgehend untauglich erwies. Zudem kann ein Landwirt aus Lunsen in der Nähe seines Hofes einen mobilen Hühnerstall errichten. Ein Demonstrationsstall wurde hier kürzlich aufgestellt, auf Antrag können nach Genehmigung durch den Rat weitere folgen.

Karin Bergmann, Fraktionsvorsitzende der CDU, bilanzierte: „Eine transparente und ausgewogene Planung, die bei aller Wichtigkeit des Landschaftsschutzes auch die Interessen der Bauern nicht hinten ´runter fallen lässt.“ Dem stimmten Hans-Michael Künnemeyer (SPD) und Gabriele Artelt-Marquardt (UBL) zu. Gegen seine Fraktion stimmte Mathias Röpke (CDU). „Der Plan ist ein Monster. Außerdem gefällt mir nicht, dass so viele Großvorhaben auf das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Morsum ausgerichtet sind.“

Dieter Mensen (Grüne) war besonders die erwähnte Neuaufnahme des Beppener Milchviehhofes in das B-Plan-Gebiet ein Dorn im Auge. „Ich habe da meine Bedenken hinsichtlich einer objektiven Bewertung durch die Kammer. Außerdem steigen durch diese weitere Anlage dort auch die Emissionen. Hier ist eine Neuberechnung nötig.“ Mensen störte sich zudem daran, dass ein Bremer Agrar-Unternehmer die Ortschaft Werder mit seinen Hallen dichtpflastert. „Hier muss man prüfen, ob solche Bauvorhaben nicht auch auf Flächen dieses Betriebes andernorts möglich sind.“ Trotz grundsätzlicher Bejahung des B-Planes als wichtiges Regulativ lehnten Mensen und „seine“ Grünen den Entwurf ab. Mensens Einwände sollen im weiteren Verlauf des Verfahrens geprüft werden.

Fazit: Derzeit stehen in diesem rund 1300 Hektar großen Areal etwa fünf Ställe oder landwirtschaftliche Hallen. Im Extremfall könnten in einigen Jahren sieben größere Anlagen sowie einiger „Kleinkram“ hinzukommen – wobei das Kerngebiet der Eyterniederung allerdings frei von landwirtschaftlichen bauten bleibt.

sp

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