30+30+30+10 oder 33+33+33?

Gemeinde Thedinghausen bezuschusst Dressurplatz und Longierzirkel des Reitvereins – aber nur mit Vorbehalt

Der Reitverein Thedinghausen will für seine rund 180 Mitglieder einen Dressurplatz und einen Longierzirkel bei der neuen Halle an der Rieder Straße errichten
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Der Reitverein Thedinghausen will für seine rund 180 Mitglieder einen Dressurplatz und einen Longierzirkel bei der neuen Halle an der Rieder Straße errichten.

Thedinghausen – Der Reitverein Thedinghausen ist 101 Jahre alt – und bastelt in diesen Monaten an seiner Zukunft. Nach dem abgeschlossenen Bau einer neuen Reithalle an der Rieder Straße wollen die Aktiven ein Dressurviereck und einen Longierzirkel auf dem großzügig bemessenen Vereinsgelände zur sinnvollen Vervollständigung der Anlage errichten. Die Maßnahmen sind für das Frühjahr 2022 geplant.

„Der Verein wird dann wieder in der Lage sein, Reitturniere auszurichten und den Mitgliedern des Vereins optimale Trainingsmöglichkeiten zu bieten“, heißt es in einem Antrag der zweiten Vorsitzenden Annegret Lüers auf finanzielle Förderung an die Samtgemeinde. Weil dafür aber die Gemeinde Thedinghausen zuständig ist, war der Antrag jetzt Gegenstand der Diskussion im Gemeinderat, der in der Gustav-England-Halle tagte.

Beschlussvorschlag war die Förderung von 30 Prozent der Gesamtsumme in Höhe von circa 63 000 Euro, also maximal rund 18 900 Euro. Zehn Prozent würde der Verein selbst übernehmen, die anderen zwei Mal 30 Prozent der Kosten würden vom Kreissportbund und vom Landkreis finanziert. So die Kalkulation der Reiterinnen und Reiter.

Doch da hatten einige Ratsherren Zweifel. Heinz von Hollen (fraktionslos) sagte an die zweite Vorsitzende gerichtet: 90 Prozent Zuschüsse und 10 Prozent vom Verein –  das ginge nicht. „30 Prozent müsst ihr finanzieren, das ist die Messlatte.“ Ähnlich Heiner Schröder (CDU): Ihm sei nur eine Drittellösung geläufig. Der Verein müsste dann 33 Prozent bezahlen. Das war auch der Kenntnisstand des Ratsvorsitzenden Thomas Metz. Altin Shala (SPD) hingegen wusste von der 30+30+30+10-Regelung. Die zweite Vorsitzende Annegret Lüers war sich sicher, dass genau diese Kalkulation zum Tragen kommen könne: je 30 Prozent von Gemeinde, Kreissportbund und Landkreis, zehn aus eigenen Mitteln. Es gebe auch schon eine mündliche Zusage vom Kreissportbund. Wolfgang Golasowski, der den Verein in dieser Sache berät, habe gesagt, das klappe.

Ralph Landwehr (CDU) hatte noch Zweifel: Er vermutete, die 30 Prozent des Kreissportbundes entsprächen dem Landkreisanteil.

Gemeindedirektor Harald Hesse sagte, der Verein brauche laut Golasowski einen Ratsbeschluss und müsse nur zehn Prozent selbst finanzieren. Der Beschluss jetzt sei wichtig, sonst verzögere sich das Vorhaben. Anke Fahrenholz (SPD) mahnte, man solle dem Verein vertrauen. Er leiste gute Arbeit, viel in Eigenleistung. Sie sprach sich wie zuvor Heinz von Hollen für einen Vorbehaltsbeschluss aus: 30 Prozent sollten von der Gemeinde kommen, wenn die anderen Organisationen auch ihre Zusage zur Förderung gäben.

Der Beschlussvorschlag wurde dann entsprechend ergänzt. Hesse: Der Kreissportbund gebe das Ansinnen zur Förderung an den Landessportbund (LSB) weiter, von dort käme das Geld; vorbehaltlich der Bezuschussung durch den LSB und den Landkreis gebe auch die Gemeinde ihren Teil dazu. Der Rat sprach sich einstimmig für diese Regelung aus.

Auf Nachfrage dieser Zeitung unterstrich Wolfgang Golasowski, dass die 30+30+30+10-Regelung greife. Als stellvertretender Vorsitzender des Kreissportbundes ist er seit Jahren mit der Sportstättenförderung vertraut. Die Anträge von Vereinen seien in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen, weil das Land über den Landessportbund 20 Millionen Euro aus der VW-Milliarden-Strafzahlung an die Vereine ausschütte.

Er habe vor drei Jahren beim Kreissporttag die Vereine dazu aufgefordert, entsprechende Anträge zu stellen. Ein anderes Beispiel in der Samtgemeinde ist übrigens der MTV Riede, der seinen Platz ebenfalls mit dem 30+30+30+10-Modell finanziert. Von dem Vorbehaltsbeschluss des Thedinghauser Rates hält Golasowski nichts. „Das ist Quatsch.“ Grundsätzlich stehe die Förderung des Landkreises immer unter dem Vorbehalt, dass die Gemeinde ihre Zahlung zuvor zusagt. Im ungünstigen Fall könne es sein, dass Vereine auf einer Prioritätenskala vorgezogen würden, in deren Gemeinden es einen solchen Vorbehaltsbeschluss des Rates nicht gebe. Ihm ist aber um das Vorhaben des Reitvereins nicht bange.

Von Philipp Köster

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