Staatsanwaltschaft Verden erhebt Anklage in der Sache Brand in Riede

Es geht um Mord in zwei Fällen

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Bei dem Brand starben zwei Menschen.

Riede - Mord in zwei Fällen wirft die Staatsanwaltschaft Verden einem 43 Jahre alten Mann vor und hat Anklage bei der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Verden erhoben.

Der Angeklagte soll einen 22-Jährigen dazu veranlasst haben, einen Brand in einem Haus in Riede zu legen. Dabei waren am frühen Morgen des 29. November 2015 zwei Bewohner, eine 56 Jahre alte Frau und ihr 61 Jahre alter Lebensgefährte ums Leben gekommen. Staatsanwältin Marie-Louise Tartz bestätigte, dass gegen den 43-Jährigen Anklage wegen zweifachen Mordes und gegen den 22-Jährigen wegen besonders schwerer Brandstiftung mit Todesfolge erhoben worden ist. Die Staatsanwaltschaft Verden geht davon aus, dass der 43-Jährige wusste, dass die Wohnung im Obergeschoss bewohnt war, dies dem jüngeren Angeklagten jedoch verschwiegen hat.

„Es hätte sich dem 22-Jährigen aber aufdrängen müssen, dass sich Personen in dem Haus aufhalten“, so die Staatsanwältin. Bei dem 43-Jährigen sieht die Staatsanwaltschaft unter anderem das Mordmerkmal Habgier als erfüllt an. „Es besteht der Verdacht, dass es ihm auf die Versicherungsleistungen ankam“, so Tartz.

Nachdem ein technischer Defekt ausgeschlossen werden konnte und Hinweise auf Brandstiftung ergeben hatten, hatte die Polizeiinspektion Verden/Osterholz eine 20-köpfige Mordkommission gebildet. Recht schnell fiel der Verdacht offenbar auf den 43-Jährigen, der genauso wie der 22-Jährige am 15. Dezember festgenommen werden konnte. Beide befinden sich noch immer in Untersuchungshaft.

Nach Informationen unserer Zeitung hatte der 43-Jährige erst wenige Monate vor dem Brand einen Kaufvertrag für das Haus geschlossen. Dann soll er Probleme mit der Finanzierung der Kaufsumme in Höhe von 150 000 Euro gehabt haben. Vorab soll er die Gebäudeversicherung für das Wohnhaus übernommen und, um die deutlich höhere Versicherungsprämie zu kassieren, den 22-Jährigen zu der Brandlegung angestiftet haben.

Bei den Männern soll es sich um Halbbrüder handeln. Der 43-Jährige soll im Landkreis Aurich geboren sein und der 22-Jährige dort zuletzt gewohnt haben. Zum Zeitpunkt des Brandes soll der 43-Jährige bereits unter der Anschrift des abgebrannten Hauses gemeldet gewesen sein.

Als Lohn für die Tat soll der 43-Jährige seinem Halbbruder unter anderem versprochen haben, ihm Schulden zu erlassen. Zur Tatbegehung habe der 22-Jährige vereinbarungsgemäß im Erdgeschoss ein Fenster aufgehebelt und mit Hilfe von Benzin im Erdgeschoss den Brand gelegt. Der 43-Jährige soll selbst nicht vor Ort gewesen sein.

Besonders dramatisch: Der 61-Jährige soll noch selbst einen Notruf getätigt haben, aber das Paar konnte sich nicht mehr in Sicherheit bringen. Sie sollen an den Folgen der Rauchentwicklung gestorben sein. Die Feuerwehr hatte die Leichen des Paares im Zuge der Löscharbeiten entdeckt.

Der Verhandlungstermin steht noch aus. - wb

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