Geflügelzüchter Dieter Tote aus Thedinghausen wird mit seinen Welsumer Hühnern Deutscher Meister

Biologische Fütterung als Erfolgsgrundlage

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„Glückliche“ Hühner: In der Gemeinschafts-Zuchtanlage auf dem Thedinghauser Erbhof gibt es sie noch.

Thedinghausen - Mit einem freundlichen „Hallo“ ist die Begrüßung in der Zuchtanlage der Thedinghauser Rassegeflügelzüchter am Erbhof durch den frischen gebackenen Deutschen Meister Dieter Tote und seiner Lebensgefährtin Maike Kastendiek sehr herzlich.

Der Zwerg-Welsumer Hahn nimmt lieber das „Kikeriki“ als Begrüßungsform – hält mit seinen Damen gleich ein bisschen Abstand, denn ein Fremdling in seiner Voliere – das geht gar nicht. Besucher sind die Hühner ansonsten in der öffentlich zugänglichen Anlage gewöhnt. Aber sich so nahe auf die Pelle rücken lassen, will sich das Federvieh nun doch nicht. Fürs Foto muss der Hahn aber trotzdem herhalten. Ein gekonnter Griff und der silberne Zwerg-Welsumer Hahn ist auf dem Arm des Züchter, dann aber wieder froh, bei seinen Damen zu sein. Wieder ertönt ein lautes „Kikeriki“, als wenn der Gockel sagen wollte: „Hier bin ich der Herr im Haus.“

Der Hahn weiß gar nicht, dass sein Nachwuchs die Zuchtgemeinschaft Tote gerade zur Deutschen Meisterschaft in Dortmund im Rahmen der Deutschen Nationalen Geflügelausstellung geführt hat. „Das ist ihm auch wohl egal. Er und seine sechs Damen waren eine gute Zusammenstellung, die von Erfolg gekrönt war“, freut sich Dieter Tote über seinen ersten Deutsche Meistertitel.

Welsumer Hühner züchtet der 55-Jährige schon seit 30 Jahren. Mal „Große“ und dann die orangefarbenen, bis er sich vor sechs Jahren für die silberfarbenen Zwerg-Welsumer entschieden hat. In der Zuchtanlage am Erbhof läuft eine ausgewählte Schar von Junghähnen und der Zuchtstamm. Die Damen sind im Stall in Lunsen untergebracht. Dort sind auch die Dresdnerhühner von Dieter Tote, eine weitere Rasse in zwei verschiedenen Farbenschlägen, beheimatet.

„Einen ganz großen Erfolg an meinem Erfolg hat aber Maike“, lobt Dieter Tote. „Warum?“ Ganz einfach. Schon vom ersten Tag an kümmerte sich Maike Kastendiek sehr intensiv um den Kükennachwuchs. „Die Hühner werden bei uns ganz biologisch aufgezogen. Alles was die Natur an Grünzeug hergibt, bekommen die Küken schon ab dem ersten Tag“, erläutert Maike. Der erste Giersch im Frühjahr wird zerkleinert, genauso wie der Schnittlauch aus dem Hochbeet. Brennnesseltee und Ingwertee stärken die Abwehrkräfte. Knoblauch und Zwiebeln werden zerkleinert im Trinkwasser gereicht. Das gewährleistet einen intakten Magen- und Darmtrakt. „Wir impfen nur das, was wir gesetzlich müssen und kommen auch ohne Antibiotikaeinsatz aus“, ist Tote stolz auf seine Lebensgefährtin, die sich inzwischen zu einer richtigen Expertin entwickelt, was die biologische Fütterung anbetrifft. „Man braucht nur mit offenen Augen durch den Garten oder die Natur gehen, man findet immer ‘Grünzeug‘ als natürliche Abwehrstoffe“, weiß Maike Kastendiek.

Und ist mal ein Huhn mit Schnupfen von einer Ausstellung zurückgekehrt, wird ein Kessel heißes Wasser mit Wick Vaporub in den Stall gestellt und nach zwei bis drei Tagen ist der Schnupfen weg. Jetzt, im Winter gibt es Wurzeln und rote Beete, oder Äpfel aus dem eigenen Garten als Futterzusatz. „Die Eier werden uns von den Käufern aus den Händen gerissen und das Geflügel essen wir selbst“, sieht Tote auch eine gewisse Wirtschaftlichkeit in seinem Hobby. „In erster Linie erfreuen wir uns aber an dem Heranwachsen der Hühner“, hofft Tote für die im Januar beginnende Zusammenstellung der Zuchtstämme wieder auf ein gutes Händchen.

ha

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