Ausnahmepianist Artem Yasynskyy begeistert beim Gastspiel in Verden

Die ganze Wucht der Musik

Nach diesem Konzert hat er sicher noch mehr Fans in Verden gewonnen: Artem Yasynskyy. Foto: haubrock-kriedel

Verden – Meisterpianist Artem Yasynskyy gastierte am Freitag auf Einladung des Trägervereins Verdener Kulturflügel im kleinen Saal der Stadthalle. Yasynskyy ist in Verden kein Unbekannter, bereits zum dritten Mal folgte er der Einladung des Kulturflügels. Viele Fans hat er seitdem gewonnen. So war es auch kein Wunder, dass der Saal nahezu voll besetzt war. Zahlreiche Gäste hatten es sich in der entspannten Atmosphäre mit einem Glas Wein gemütlich gemacht.

Artem Yasynskyy wurde in eine Musikerfamilie in Donezk, Ukraine, geboren. Sein außergewöhnliches Talent zeigte sich schon früh. Bereits mit acht Jahren gab er sein erstes Konzert. Nach einer speziellen Ausbildung für begabte Kinder und Jugendliche schloss er sein Bachelor-Studium an der Staatlichen Musikhochschule Prokofjew in Donezk mit Auszeichnung ab. Im Jahr 2010 begann er sein Aufbaustudium an der Hochschule für Künste in Bremen bei Professor Patrick O’Byrne, dem ein Masterstudium folgte. Beide schloss er mit Auszeichnung ab.

Mittlerweile hat Artem Yasynskyy zahlreiche Konzerte in Europa, Südkorea, Japan, Russland, in den USA und Australien gegeben. Er war zudem Gastpianist bei verschiedenen nationalen und europäischen Festivals wie zum Beispiel beim Musikfest Bremen, dem Polnischen Festival in Hamburg sowie Festivals unter anderem in Norwegen, Italien und der Ukraine.

Es sei für ihn immer wieder etwas ganz Besonderes, in Verden zu spielen, da er hier viele persönliche Kontakte habe, sagte der Künstler zu Beginn. Mitgebracht hatte er diesmal Klavierwerke von Carl Philipp Emanuel Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert. Damit schlug er den Bogen von der frühen Klassik bis zur frühen Romantik. Alle Stücke seien für ihre damalige Zeit modern gewesen, zeigte der Pianist die Gemeinsamkeiten auf.

Das Programm begann mit der Sonate d-Moll Wq 69 von Carl Philipp Emanuel Bach, dem wohl berühmtesten Bach-Sohn. Das Werk steht für den stilistischen Übergang vom Barock zur frühen Klassik. Sofort tauchte Yasynskyy in das Werk ein und erweckte es durch seine Interpretation zum Leben. „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ hörte man dann bei den Variationen zu „Ah je vous dirai Maman“ von Wolfgang Amadeus Mozart. In Wirklichkeit ist es jedoch ein barockes Schäferlied. Die unterschiedlichen Stimmungen der Variationen setzte der Pianist sehr schön um. Bei den schnellen Tempi zeigte er seine ganze Virtuosität.

Der erste Teil des Konzertes endete mit Beethovens letzter Klaviersonate Nr.32 c-Moll op.111. Im dunklen Thema des ersten Satzes brachte Yasynskyy die ganze Wucht der Musik zum Ausdruck. Im starken Kontrast dazu stand der zweite Satz. Der Pianist ließ den liedhaft strahlenden Charakter der Musik lebendig werden.

Mit einer spontanen Programmergänzung ging es nach der Pause weiter. Yasynskyy erfreute das Publikum mit einer weiteren heiteren Mozart-Sonate. Mit den Impromptus D 899 von Franz Schubert setzte der Ausnahmepianist den schönen Schlusspunkt des Programms. Sowohl mit der zarten Romantik des ersten und dritten Impromptu, als auch mit der rasanten Schnelligkeit der Stücke zwei und vier, zog er das Publikum in seinen Bann.

Mit begeistertem Beifall wurde der Pianist für das großartige Konzerterlebnis belohnt. Über zwei Zugaben durften sich die Zuhörer am Ende noch freuen.  ahk

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