Udo-Jürgens-Konzert mit Alex Parker hätte mehr Zuschauer verdient gehabt

Ganz nah dran am Idol

Alex Parker begeistert in der Gudewillschule mit Udo-Jürgens-Hits. Fotos: Albrecht

Thedinghausen – Im vergangenen Jahr hätte der große Udo Jürgens seinen 85. Geburtstag gefeiert. Er selbst kann leider nicht mehr auf der Bühne stehen, hat aber in Alex Parker einen würdigen Vertreter gefunden, der sein musikalisches Vermächtnis in Ehren hält. Der Sänger und Pianist aus Salzgitter ist derzeit Deutschlands erfolgreichster Udo-Jürgens-Interpret, und das stellt er nicht nur bei zahlreichen Konzerten in Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Beweis, sondern auf Einladung des Erbhoffördervereins auch in Thedinghausen. Um es vorwegzunehmen: Dieses erstklassige, wundervolle Konzert mit den Hits des unvergessenen Künstlers hätte mehr Zuschauer als die nur rund 80 Gäste verdient gehabt. Wesentlich mehr. Fördervereinvorsitzender Gerd Schröder fragte sich: „Gibt es nicht mehr Udo-Jürgens-Fans in der Region?“

Mit schwarzer Glitzerjacke, Lackschuhen, roter Krawatte und einem flügelähnlichen Klavier ließ Parker die Konzertbesucher ganz tief an der Schaffenskraft von Udo Jürgens teilhaben. Und die bei allen Liedern textsicheren Fans bedankten sich beim Künstler mit viel Applaus für einen wunderschönen Konzertabend. Fehlen durfte da auch nicht der berühmte weiße Bademantel, den Udo stets bei seinen Zugaben trug. Zumindest lag dieser auf dem Piano und Parker plauderte aus dem Nähkästchen, wie es zu diesem Bademantel-Phänomen gekommen ist.

„Ich war noch niemals in Thedinghausen“, schmetterte der Künstler. In Paris, so nur zum Spaß und in New York schon. „Umziehen in einem Klassenzimmer. Ein bisschen fühle ich mich an meine Schulzeit erinnert“, begrüßte Alex Parker seine „Treuen“ in der Gudewillschule. Aber diese Nähe zum Publikum mag der Künstler, der auch nach dem Auftritt noch einige Autogramme gab, und die ein oder andere Plauderei war auch dabei. Beim Konzert sang er nicht nur Hits wie „Griechischer Wein“, „Aber bitte mit Sahne“ oder „17 Jahr, blondes Haar“, sondern auch gesellschaftskritische Lieder wie „Ein ehrenwertes Haus“ aus den 70er-Jahren. Ebenso noch zeitgemäß wie der Tante-Emma-Laden an der Ecke. Eine Gaby gab es zwar im Publikum, sie wartete aber nicht im Park.

Alex Parker konnte wirklich nur einen klitzekleinen Teil aus den mehr als 1 000 Liedern anbieten, die Udo Jürgens komponiert und veröffentlicht hatte. Parker schaffte es auf sympathische Art und Weise, eine einzigartige, hochemotionale Atmosphäre zwischen sich und seinem Publikum zu schaffen und so das legendäre „Udo-Jürgens- Gefühl“ wieder aufleben zu lassen. Gesanglich und spielerisch verblüffend nah am Original. Ganz im Stil seines Idols. Der Abend war jeden Euro Eintritt wert.  ha

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