Fristlose Kündigung zurückgenommen

Samtgemeinde unterliegt in Rechtsstreit mit entlassenem Hausmeister

Die Samtgemeinde, hier das Rathaus und die Verwaltungszentrale in Thedinghausen, kam vor dem Arbeitsgericht mit der fristlosen Kündigung eines Schulhausmeisters nicht durch. Archiv
+
Die Samtgemeinde, hier das Rathaus und die Verwaltungszentrale in Thedinghausen, kam vor dem Arbeitsgericht mit der fristlosen Kündigung eines Schulhausmeisters nicht durch. Archiv

Thedinghausen/Samtgemeinde – Ein 53-Jähriger (ehemaliger) Angestellter der Samtgemeinde Thedinghausen hat sich erfolgreich gegen seine fristlose Kündigung gewehrt.

Dem Mann, seit 2004 in der Schule tätig, war im Mai 2020 in einem persönlichen Gespräch von der Rathaus-Chefetage die sofortige Entlassung mitgeteilt worden. Über die Gründe schweigen sich beide Seiten aus. Eine Abmahnung oder zumindest ein Gespräch mit Blick auf mögliche Verfehlungen hatte es im Vorfeld nicht gegeben.

Insgesamt dreimal beschäftigte sich das Arbeitsgericht in Verden mit der Kündigungsschutzklage. Während der beiden ersten Verhandlungen kam es zu keiner Einigung und auch zu keinem Richterspruch. Während des dritten Termins der Kammerverhandlung Mitte März unterbreitete die Samtgemeinde dem entlassenen Kläger schließlich ein Angebot über einen Vergleich mit einer Abfindung in Höhe von 15 000 Euro und die Umwandlung der fristlosen in eine fristgerechte Kündigung. Dieses Vergleichsangebot wurde letztendlich von der Klägerseite angenommen, sodass kein abschließendes Urteil mehr nötig war.

In dem vom Arbeitsgericht formulierten Vergleichsprotokoll heißt es unter anderem: „Die Kündigung unterliegt erheblichen Zweifeln. Es ist fraglich, ob die erhobenen Vorwürfe tatsächlich das scharfe Mittel einer außerordentlichen Kündigung rechtfertigen. Möglicherweise hätte man sich auf eine Abmahnung beschränken müssen.“

Das Gericht stellt in dem Vergleich ebenso fest: „Die Samtgemeinde hält die dem Kläger gegenüber aufgestellten verhaltensbezogenen Vorwürfe nicht aufrecht.“

Die Abfindungen, der fällige Restlohn und die Verfahrenskosten belaufen sich auf rund 35 000 Euro, die aus der Samtgemeinde-Kasse beglichen werden müssen.

Der entlassene Hausmeister hat inzwischen eine neue Stelle im öffentlichen Dienst außerhalb des Landkreises angetreten. Eine Wiedereinstellung wurde aufgrund des beiderseitig fehlenden Vertrauensverhältnisses nicht in Anspruch genommen.

Verwaltungschef und Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse wollte den Vorgang auf Nachfrage nicht kommentieren.  sp

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Israel greift Hamas-Tunnel an - Feuerpause nicht in Sicht

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Bundesregierung: „Antisemitische Kundgebungen nicht dulden“

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Rund 1750 Raketenabschüsse auf Israel - Viele Tote in Gaza

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Massive Raketenangriffe: Israel antwortet mit Luftschlag

Meistgelesene Artikel

Verden plant 15 Maßnahmen für Fußgängerzone

Verden plant 15 Maßnahmen für Fußgängerzone

Verden plant 15 Maßnahmen für Fußgängerzone
Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus

Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus

Feuerschein in leer stehendem Verdener Haus
Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung

Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung

Wochenlange Quarantäne: Armsener Familie dankt für Unterstützung

Kommentare