Fracking-Gesetzentwurf: Bürgermeister Hesse nimmt Stellung für Samtgemeinde

Furcht vor einer „deutlich geminderten Lebensqualität“

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Auch „rote Hände“ an verschiedenen Standorten in der Samtgemeinde – hier an der Kreuzung in Lunsen – sind als Warnung vor umfangreicher Erdgasförderung mittels Fracking zu verstehen.

Thedinghausen - Eine „deutliche Minderung der Lebensqualität in unserer Kommune“ befürchtet Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse (Grüne), falls der Referentenentwurf der Bundesregierung zum Thema Fracking wirklich in der jetzigen Form beschlossen würde.

Das geht aus der Stellungnahme Hesses an den Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund (STGB) hervor. Um diese Stellungnahme hatte der Städte- und Gemeindebund Kommunen in Niedersachsen gebeten. Die Antworten werden über die bundesdeutsche Zentrale des STGB auch der Bundesregierung zugeleitet.

Gegen den Einwand, dass umfangreiche Fracking-Förderung die USA sehr viel unabhängiger vom Öl etwa aus Saudi-Arabien gemacht habe, führte Hesse jetzt im Gespräch an, dass es gerade in Oklahoma wieder ein schwereres, möglicherweise durch Fracking verursachtes Erdbeben gegeben habe. Es sei auch zu fragen, ob ein niedriger Erdölpreis wie derzeit überhaupt gut sei. Er könne zu problematischen Entwicklungen beim Energieverbrauch führen und sei ohnehin auf Dauer nicht zu halten.

Schon gar nicht hinzu-nehmen seien Gefährdungen des Trinkwassers durch die Fracking-Methode. Beim Verpressen von Lagerstättenwasser seien ja hochgiftige Stoffe im Spiel.

Im einzelnen wendet sich der Samtgemeindebürgermeister in seiner Stellungnahme dagegen, auch direkt neben Schutzgbieten Fracking zu erlauben. Zwar sind im Entwurf Wasserschutz- und Heilquellen-Schutzgebiete ausgenommen. Dennoch könnten Schadstoffe unterirdisch seitlich in geschützte Flächen gelangen.

Hesse vermisst schlicht ein Verbot der Verpressung von Lagerstättenwasser, um Giftgefahren auszuschließen. „Die Sicherheit der Verpressbohrungen kann für die Zukunft nicht gewährleistet werden“, stellt er fest.

Die beim Bewerten von Schadensfällen angesetzten Entfernungen zur Bohrstelle seien ebenso zu gering gefasst wie der Zeithorizont von maximal sechs Monaten nach der Gasgewinnung. Es sei mittlerweile nämlich wissenschaftlich anerkannt, dass „förderinduzierte Erdbeben erst mit Zeitverzögerung auftreten und im Laufe der Zeit an Häufigkeit und Stärke zunehmen“.

Punkte wie „Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und der Natur“, „Werteverfall von Immobilien““ und „Minderung der Attraktivität der Samtgemeinde für den Tourismus“ – Stichwort Weserradweg – führt der Bürgermeister ebenfalls als mögliche Fracking-Auswirkungen auf.

„Für die Samtgemeinde Thedinghausen sind die anstehenden Gesetzesänderungen von wesentlicher Bedeutung, da die Erdgasvorkommen in der hiesigen Region ohne konventionelles Fracking in der Regel nicht wirtschaftlich zu fördern sind“, hebt Hesse hervor. Er bittet um Berücksichtigung der Anregungen beim Überarbeiten der Referentenentwürfe, „die aus unserer Sicht so nicht Gesetz werden sollten“.

la

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