50 junge Männer aus der Elfenbeinküste angekommen / Hohe Akzeptanz

Sporthallen sollen nicht belegt werden

14 Flüchtlinge finden als Selbstversorger in jedem der vier Klassenräume in Haus G der Gudewill-Schule einen Schlafplatz.
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14 Flüchtlinge finden als Selbstversorger in jedem der vier Klassenräume in Haus G der Gudewill-Schule einen Schlafplatz.

Thedinghausen - Nur wenige kritische Stimmen bei einer hohen Akzeptanz begleiteten gestern Abend die Informationsveranstaltung zur Flüchtlingsunterbringung in Thedinghausen.

Standen Rede und Antwort: Renate Dunker (Sozialamt), Landrat Peter Bohlmann, Polizeirat Thorsten Strier, SG-Bürgermeister Harald Hesse und der Thedinghauser Bürgermeister Diethelm Ehlers (v. li.).

Wie berichtet, werden im Trakt G der Gudewill-Schule 50 Asylsuchende untergebracht. Gestern Nachmittag sind sie angekommen – ausnahmslos bereits registrierte junge Männer aus der Elfenbeinküste. Das veranlasste eine Anwohnerin zu der drastischen Aussage: „50 Männer im sexuellen Notstand im Ort – das geht gar nicht.“ Eine Mutter bekundete ihr Unbehagen darüber, dass direkt angrenzend im gleichen Gebäude „ihre“ Kinderkrippe untergebracht sei. Das wars dann aber auch weitgehend an Ablehnung – wobei ein Ausufern der Diskussion auch dadurch vermieden wurde, das keine Grundsatzdiskussionen geführt wurden (werden durften).

In der prall gefüllten Mensa der Gudewill-Schule hatte Landrat Peter Bohlmann zunächst die übergeordneten Rahmenbedingungen (Land/Bund) sowie die aktuelle Lage im Landkreis erläutert (siehe den Bericht auf unserer Achim-Seite). „Wir sind im Krisenmodus. Der Zuwanderungsdruck führt auch zu einem Problemdruck“, bekannte Bohlmann freimütig, der zudem klar machte. „Ich kann nicht sagen, wie es mit den Flüchtlingszahlen weiter geht – auch nicht für den Bereich der Samtgemeinde Thedinghausen. Aber auf keinen Fall darf am Ende die Obdachlosigkeit der Hilfesuchenden stehen.“

Zahlreiche interessierte Bürger verfolgten gestern Abend die Informationsveranstaltung in der Gudewill-Mensa.

Angesichts fehlender Wohnungen im Bereich der Samtgemeinde müsse man jetzt auch auf Sammelunterkünfte zurückgreifen. Samtgemeindebürgermeister Harald Hesse: „Ich möchte nicht in der Haut des Landrates stecken.“ Hesse versprach Hilfe bei der Suche nach weiteren Quartieren. Aus der Versammlung kamen durchaus Vorschläge – vom Kaufhaus Kastendieck über das Textilhaus Orth oder den Penny-Markt – allesamt leer stehend – wobei Hesse den Penny-Markt als zweite Großunterkunft in der City ausschloss – und man zudem grundsätzlich keinen Eingriff in Privatbesitz vornehmen könne. Hesse und Bohlmann machten deutlich, dass man in allen Orten der Samtgemeinde auf der Suche sei. Gleichzeitig wurde ausgeschlossen, Sporthallen zu belegen. Man sei weiterhin bemüht, die Ankömmlinge in kleineren Einheiten unterzubringen. Diese Vorgehensweise wurde auch mehrfach aus dem Publikum gefordert oder gewünscht. Gleichzeitig wurde erklärt, dass das nicht immer gelingen werde.

Den Sicherheitsaspekt griff Polizeirat Thorsten Strier (Leiter Polizeistation Achim) auf. Er verwies auf Erfahrungswerte in Schwanewede und Oyten und attestierte: „Wir haben bislang keine negativen Erfahrungen gemacht – erst recht nicht bei schwereren Delikten wie Raub oder Sexualdelikten. Wir werden auch in Thedinghausen präsent sein.“

Alle Protagonisten auf dem Podium zollten den Mitgliedern der Flüchtlingsinitiative „Ankommen in Thedinghausen“ und anderen Helfern höchstes Lob, die auch den aktuellen 50 Flüchtlingen bei der Ankunft zur Seite standen. Petra Hille-Dallmeyer von der Initiative bat um weitere Unterstützung, beispielsweise von Bürgern, die französisch sprechen.

Zahlreiche Integrationsvorschläge, beispielsweise über den Sport, rundeten die Versammlung ab.

Harald Hesse: „Ich sehe und setze weiter auf eine hohe Bevölkerungsakzeptanz und die Mithilfe und das Verständnis der Bürger.“ Bürgermeister Diethelm Ehlers schloss: „Wir dürfen uns nicht an den Stammtischparolen orientieren, sondern sollten den Schwung mitnehmen, den diese jungen Leute bringen können.“

sp

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