Antrag der Initiative „Ankommen in Thedinghausen“ 

20 Flüchtlinge aufnehmen

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Die Thedinghauser Flüchtlingsinitiative leistet anerkannt gute Arbeit, hier Verena Garscha (re.) beim Sprachunterricht Ende 2015. Um ein Zeichen zu setzen und weil genügend personelle Kapazitäten zur Verfügung stehen, will man die Aufnahme von 20 weiteren Flüchtlingen in die Wege leiten. 

Samtgemeinde - Der Samtgemeinderat möge beschließen, dem Bundesinnenministerium mitzuteilen, dass Thedinghausen bereit und in der Lage ist, 20 gerettete Flüchtlinge aufzunehmen.

Über diesen Antrag der Flüchtlingsinitiative „Ankommen in Thedinghausen“ muss auf der Sitzung am 27. September im Gasthaus Schierloh in Felde entschieden werden.

Die Flüchtlingsinitiative mit den Unterzeichnern Werner Hahn, Petra Hille-Dallmeyer, Judith Lübke, Dieter Mensen und Cathrin Schley führt zur Begründung unter anderem Folgendes an.

„Seit dem Flüchtlingsjahr 2015/16 ist die Zahl derjenigen, die Zuflucht in Europa suchen, drastisch gesunken. Gleichzeitig wird den Menschen, die aktuell auf der Flucht sind, eine unglaubliche Härte entgegengebracht. Um gegen diesen Paradigmenwechsel ein humanitäres Zeichen zu setzen, haben diverse Städte und Gemeinden die Bereitschaft erklärt, Flüchtlinge von den Rettungsschiffen aufzunehmen. Die Initiative ‘Ankommen in Thedinghausen’ ist der Überzeugung, es wäre angemessen und ehrenhaft für Thedinghausen, wenn man sich diesem Engagement anschließt.“

In der Antragsbegründung wird darauf hingewiesen, dass im Flüchtlingsjahr 2015/16 in einem sehr kurzen Zeitraum rund 400 Geflüchtete Thedinghausen erreicht haben. Durch das gute Zusammenwirken aller Akteure und das spontane zivilgesellschaftliche Engagement vieler Thedinghauser Bürgerinnen und Bürger sei die stark belastende Situation vergleichsweise schnell und gut bewältigt worden. Viele Flüchtlinge seien inzwischen weggezogen, aber etliche hätten sich mit Unterstützung der Initiative auch gut integriert und beispielsweise Arbeit gefunden. Die Flüchtlingsinitiative meint deswegen: „Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung und den daraus erworbenen Kompetenzen wäre die Begleitung und Betreuung einer so kleinen Zahl von Geflüchteten eine leicht zu bewältigende Aufgabe.“

Hingewiesen wird zudem auf die nicht zu unterschätzende symbolische Wirkung eines solchen Engagements vor Ort. So heißt es: „Es scheint sich immer mehr zu bewahrheiten, dass Populisten dort schwach sind, wo Flagge gezeigt wird – und dort stark, wo man ihnen hinterherhechelt.“

In diesem Sinne erfolgt der Appell und die Bitte an alle demokratischen Parteien: „Zeigen wir Flagge.“

Zum Hintergrund: Derzeit leben im Bereich der Samtgemeinde Thedinghausen nach Auskunft von Flüchtlings-Sozialarbeiterin und -Koordinatorin Judith Lübke rund 140 Flüchtlinge mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus. Zum Höhepunkt der Flüchtlingswelle waren es etwa drei Mal soviel, von denen einige auch in Großunterkünften untergebracht waren (Polar). Die Beschaffung von Wohnraum war und ist dabei nicht Aufgabe der Kommune, sondern des Landkreises.

Apropos: Im Thedinghauser Rathaus ist seit dem Sommer Ordnungsamtsleiter Sönke Haverich für Flüchtlingsangelegenheiten zuständig, nachdem der bisherige „Flüchtlingsbeauftragte“ Roland Gewiß gekündigt und eine Verwaltungsstelle bei einer anderen Behörde angetreten hat. Die Stelle ist nicht wieder besetzt worden.

 sp

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