Fischereiverein Blender lässt nach „Sommer-Sterben“ Bestand im See untersuchen

Hechte, Barsche, Brassen und Rotaugen wachsen nach

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Im Rahmen einer Befischungsaktion wurden umfangreiche Untersuchungen des Bestands im Blender See vorgenommen.

Blender - Im Auftrag des Fischereivereins Blender Seehat in den letzten Wochen der Landessportfischerverband Niedersachsen den aktuellen Fischbestand im Blender See untersucht. Anlass war ein partielles Fischsterben in diesem Gewässer im Sommer dieses Jahres.

Die Untersuchung wurde mit Hilfe von Stellnetzen beziehungsweise Elektrobefischung durchgeführt, wie Dr. Peter. J. Pomplun, selbst See-Anlieger und Schriftwart des Fischereivereins, in einer Presseerklärung mitteilte. Mit Hilfe eines tragbaren, bezinmotorgetriebenen Elektrofischereigerätes wurde Gleichstrom mit einer Spannung zwischen 200 und 300 Volt erzeugt und in einen Kescher geleitet.

Die so zeitweilig betäubten Fische, insgesamt 1270 Stück (Brassen, Rotaugen, Flussbarsche, Güster, Schleie, Hechte, Bitterling, Rotfeder und Sonstige wieAal, Gründling und Kaulbarsch) wurden vermessen und in die bereits befischten Abschnitte zurückgesetzt.

Das Fazit der Experten: Die Artenzusammensetzung entspricht der typischen Fischfauna eines sogenannten Hecht-Schleien-Sees. Dominanter Raubfisch ist neben dem Hecht der Barsch (gesunde 19,2 Prozent Gesamt-Raubfischanteil). Schleie und Rotfeder wie auch Rotauge und Barsch sind für dieses Gewässer mit hohen Vorkommen an Wasserpflanzen charakteristisch. Karpfen waren nicht nachweisbar.

Im Rahmen der Untersuchung gefangen wurden allerdings sehr viele Kleinfische, kapitale Brocken waren nur wenige dabei. Dieses Missverhältnis dürfte noch eine Auswirkung des Sommer-Fischsterbens sein, bei dem die große Fische massenhaft „verreckt“ sind.

Mit einer Uferlänge von nur etwa 2100 Metern, bei einer Tiefe von rund zwei Metern und einer Fläche von etwa sechs Hektar, ist der Blender See als natürliches Gewässer im Sommer ein beliebter Ausflugsort für Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung. Und selbst im Winter, sofern der See zufriert, finden sich Schlittschuhläufer, Hockeyspieler und Neugierige dort ein. Breite Schilfgürtel und teilweise ausgedehnte Areale von Teichrosen, Wasserpest, Teichlinse und mehr sowie Unterwasservegetation stellen einen optimalen Lebensraum für eine natürliche Fischartengemeinschaft dar.

Dass dieser See seit Jahren an Mangel an zufließendem Frischwasser einerseits und zu hohen Einträgen von Phosphaten andererseits leidet, ist hinlänglich untersucht und dargestellt worden. Etwas Nachhaltiges zum Erhalt dieses Biotops ist bis dato mangels Finanzkraft nicht geschehen.

Als im Sommer dieses Jahres ein übler Geruch über den Blender See zog, löste der Gewässerwart des Fischereivereins Blender See, Fritz Bohlmann, Alarm aus: Fischsterben. Kein Novum bei hohen Lufttemperaturen über einen längeren Zeitraum, die zu akutem Sauerstoffmangel im Wasser führen. Hunderte von Fischkadavern trieben tot und aufgedunsen an der Oberfläche. In einer mehrtägigen Aktion gelang es Mitgliedern und Freiwilligen rund 1,5 Tonnen aufzufischen und zu entsorgen.

Aufgrund der erhobenen Zahlen lässt sich festhalten, dass eine gezielte „Bio-Manipulation“ (Besatz mit Jungfischen beziehungsweise eine gezielte Befischung) nicht nötig ist. Einzig der Aalbestand erscheint förderungswürdig.

Dem offenbar einigermaßen erholten Fischbestand zum Trotz. Eine grundlegende Sanierung des Sees bleibt auch nach Auffassung des Fischereivereins Blender unverzichtbar.

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