Finale voller Fingerfertigkeit

Klassikmusikfestival im Erbhof klingt mit großartigem Gitarren-Konzert aus

Im Duett traten die beiden Freunde Fabio Zanon und Matias de Oliveira Pinto (von links) in einen meisterlichen musikalischen Dialog und entführten in lateinamerikanische Klangwelten. - Foto: Schmidt
+
Im Duett traten die beiden Freunde Fabio Zanon und Matias de Oliveira Pinto (von links) in einen meisterlichen musikalischen Dialog und entführten in lateinamerikanische Klangwelten.

Thedinghausen - Von Ingo Schmidt. Drei Tage voller besonderer Klassikmomente beim Klassikmusikfestival im Schloss Erbhof endeten mit einem großartigen Konzert des brasilianischen Gitarristen Fabio Zanon. Die Veranstalter blickten mit Stolz auch auf zwei zurückliegende Abende, die alle Erwartungen übertrafen und die man als ein „Festival der Kulturen“ bezeichnet könnte, wie Gerd Schröder als Vorsitzender des Förderkreises Erbhof resümierte.

Damit dankte er ausdrücklich dem musikalischen Leiter Professor Matias de Oliveira Pinto, der wunderbare Instrumentalisten aus der ganzen Welt für dieses Musikereignis nach Thedinghausen eingeladen hatte. Bei keiner anderen Gelegenheit könne man hochklassiges Spiel in solcher Nähe erleben, betonte Initiatorin Stefanie Mauer.

Im erneut voll besetzten Renaissance-Saal erwartete die Besucher ein ganz besonderes Highlight, das sich auch Künstler der Vortage wie Iskandar Widjaja nicht entgehen ließen: „Fabio Zanon gilt als ein herausragender Gitarrist seiner Zeit“, kündigte Cellist de Oliveira Pinto seinen Freund an. Die beiden gebürtigen Brasilianer eröffneten den Finaltag mit dem L’Istesso Tempo für Violoncello und Gitarre von Nikita Koshkin, das zahlreiche musische Charaktere in sich vereine und in fast philosophische Dimension einmünde.

Ohne Pause – und ohne Notenblatt – folgten meisterliche Solostücke für Gitarre der Komponisten Jan Nepumucen Bobrowitz und Frederico Moreno Torroba. Mit den anschließenden Stücken führte Fabio Zanon in die lateinamerikanische Klangwelt: Zunächst folgte ein weiteres Solo mit einem Werk von Francisco Mignone. Den Abschluss bildete erneut im Duett eine Sonate für Gitarre und Violoncello von Radamés Gnattali, die das Publikum in ihrer Melancholie, aber auch verspielt-träumerischer Leichtigkeit und Lebensfreude verzauberte. Als Zugabe spielten die Freunde die „geheime Nationalhymne“ Brasiliens: Eine Arie von Heitor Villa-Lobos für Sopran und Gitarre.

Mit großem Applaus und Blumen für das Musiker-Duo endete ein Festival, das in seiner Qualität und Auswahl der Stücke Experten und Liebhaber begeisterte, aber auch Klassik-Laien gleichermaßen faszinieren haben dürfte. Um den hohen Standard bei relativ geringen Eintrittspreisen sicherzustellen, wird das Klassikmusikfestival als einzige Veranstaltung der Förderkreis-Konzertreihe mit zusätzlichen Mitteln unterstützt: Der Landschaftsverband Stade, die Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz, die Kreissparkasse Verden und die Samtgemeinde Thedinghausen beteiligen sich an der Umsetzung.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Wie werde ich Gleisbauer/in?

Wie werde ich Gleisbauer/in?

"Wurm drin": Vettel-Frust bei Neustart - Bottas gewinnt

"Wurm drin": Vettel-Frust bei Neustart - Bottas gewinnt

Wolfsburgerinnen nehmen jetzt das Triple ins Visier

Wolfsburgerinnen nehmen jetzt das Triple ins Visier

Tote und Verwüstungen nach schweren Unwettern in Japan

Tote und Verwüstungen nach schweren Unwettern in Japan

Meistgelesene Artikel

Bereit für die Zukunft

Bereit für die Zukunft

Coronavirus im Seniorenheim: Bislang fünf Todesopfer aus Oytener Einrichtung

Coronavirus im Seniorenheim: Bislang fünf Todesopfer aus Oytener Einrichtung

Quarantäne schrumpft drastisch

Quarantäne schrumpft drastisch

Ein neuer Mann am Steuer

Ein neuer Mann am Steuer

Kommentare