Entscheidung des Abwasserzweckverbands / Aus drei Millionen werden 5,1 Millionen Euro

Faulturmneubau: Geld steht jetzt bereit

Der dunkle Faulturm des Gemeinschafts-Klärwerks in Eißel wurde bereits Mitte der 70er Jahre gebaut und muss ebenso wie der Gasspeicher dringend erneuert werden. Das millionenschwere Vorhaben soll nun mit rund dreijähriger Verspätung angepackt werden. Foto: Laue

Thedinghausen/Eißel – Zurückgeschreckt war der Abwasserzweckverband (AZV) Thedinghausen/Bruchhausen-Vilsen noch bei zu erwartenden Kosten von 4,5 statt der ursprünglich geschätzten drei Millionen Euro für den Neubau des Faulturms und des Gasspeichers auf der Kläranlage Eißel.

Die Ausschreibung wurde daher 2017 aufgehoben und das hohe Preisniveau der angespannten Marktlage in der Baubranche zugeschrieben. Es gab dabei die Hoffnung, bei einer späteren Ausschreibung günstigere Preise zu erzielen.

Diese Hoffnung hat der AZV nun begraben müssen. „Nach dieser neuen Kosteneinschätzung muss jetzt mit Kosten von 5,1 Millionen Euro gerechnet werden – wobei das tatsächliche Ausschreibungsergebnis natürlich nicht vorhersehbar ist“. So steht es in der Unterlagen zur jüngsten Verbandsversammlung.

Da „nicht zu erkennen war, dass sich die Marktlage entspannt hat“, seien die Kosten noch einmal aktuell neu eingeschätzt worden. Ziel: „Eine erneute Ausschreibung wiederum aufheben zu müssen, sollte jedenfalls vermieden werden“.

Den nötigen neuen Grundsatzbeschluss zum Neubauvorhaben auf Grundlage der aktuellen Kostenschätzungen fasste der AZV jetzt einstimmig. Demnach sind im Haushalt 2020 für den Faulturm 4, 3 Millionen Euro und für den Gasspeicher 480 000 Euro bereitzustellen. Weitere Mittel etwa für Planungskosten waren bereits in den Vorjahren haushaltsmäßig abgesichert worden und werden nun für 2020 zur Gesamtsumme mit übertragen.

Die Verbandsversammlung beschloss außerdem erneut den Neubau der Werkstatthalle auf dem Kläranlagen-Gelände. Die erste Kostenschätzung belief sich seinerzeit laut Sitzungsunterlage auf rund 376 000 Euro.

Bei der entsprechenden Ausschreibung wurden dann jedoch für einige Gewerke gar keine Angebote abgegeben und für andere solche, die der AZV als „deutlich überteuert“ bewertete. Die Gesamtkosten wären auf etwa 600 000 Euro angestiegen. Auch diese Ausschreibung wurde aufgehoben.

Nach neuester Kostenschätzung muss jetzt mit rund 570  000 Euro gerechnet werden. Zusätzlich zu den schon gewährten Mitteln wären im AZV-Haushalt 2020 weitere 160 000 Euro bereitzustellen.

Auch das wurde auf der Verbandsversammlung einmütig befürwortet.  la

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