Abwasserverband tagt / 1,86 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser gereinigt

Faulturm-Neubau bestimmt Etat

Heinfried Maaß, Leiter der Kläranlage in Thedinghausen-Eißel, weist auf den im Bau befindlichen neuen Faulturm. Die Arbeiten sind im Soll. Links ist der alte Faulturm zu sehen, in der Mitte der sogenannte Eindicker.
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Heinfried Maaß, Leiter der Kläranlage in Thedinghausen-Eißel, weist auf den im Bau befindlichen neuen Faulturm. Die Arbeiten sind im Soll. Links ist der alte Faulturm zu sehen, in der Mitte der sogenannte Eindicker.

Thedinghausen – In die Kläranlage in Thedinghausen-Eißel wurden und werden 2020 hochgerechnet insgesamt 1,86 Millionen Kubikmeter Schmutzwasser eingeleitet. Das geht aus dem Betriebsbericht von Klärwerkleiter Heinfried Maaß hervor, den dieser am Montagnachmittag in der Sitzung des Abwasserzweckverbandes Thedinghausen/Bruchhausen-Vilsen im Thedinghauser Erbhof vorstellte.

Demnach kamen etwas über 677 000 Kubikmeter aus der Samtgemeinde Thedinghausen, womit sich diese Einleitungsmenge um rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöhte. Mehr als das Doppelte der Thedinghauser Menge, nämlich 1,86 Millionen Kubikmeter, flossen aus der Samtgemeinde Br.-Vilsen nach Eißel. Die Gesamtmenge aus beiden Orten war damit unwesentlich größer als im Vorjahr.

Sehen lassen kann sich einmal mehr die Reinigungsleistung, die deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt. Das saubere Endprodukt, das über eine Leitung direkt in die Weser geleitet wird, hat zwar keine Trinkwasserqualität, ist aber erheblich sauberer als das eigentliche Wasser der Weser. Die Einhaltung der Ablaufwerte wurde und wird von der Unteren Wasserbehörde ständig stichprobenartig überprüft.

Der anfallende Klärschlamm wurde zu einem großen Teil von Fremdfirmen zu Kompost verarbeitet. Ein weiterer Teil ging über Landwirte direkt auf den Acker, der Rest in die Verbrennung. In diesem Zusammenhang wies der Klärwerksleiter darauf hin, dass der Klärschlamm nur noch bis 2032 landwirtschaftlich verwertet werden darf. Zudem muss ab 2029 der Phosphor aus dem Klärschlamm zurückgewonnen werden. Ein behördlich vorgeschriebenes Phosphat-Rückgewinnungskonzept für die Thedinghauser Anlage, das bereits in zwei Jahren vorgelegt werden muss, sei in Arbeit.

Maaß erläuterte, dass der Strombedarf der Kläranlage über drei Wege abgedeckt wird, nämlich Eigenerzeugung aus Faulgas, Eigenerzeugung aus Erdgas sowie aus dem öffentlichen Stromnetz. Im Faulturm wurden 2020 rund 372 000 Kubikmeter Faulgas produziert. Diese wurden zu 100 Prozent im zur Anlage gehörenden Blockheizkraftwerk (BHKW) verstromt. Dank der Eigenstrom- und Wärmeerzeugung, bei der durch Verfahrensanpassungen die Effizienz stetig gesteigert werden konnte, halten sich die Energiekosten der Käranlage relativ niedrig.

An größeren Renovierungsarbeiten standen 2020 an: die Überholung der ersten Nachklärungsstufe, der Umbau der Gebläsestation, Anpassungen der elektronischen und digitalen Steuerung, (Fremdfirma), der Umbau des alten Betriebsgebäudes für die künftige Maschinentechnik des Faulturms sowie diverse Pflasterarbeiten vor der Klärschlammhalle.

Mit Abstand dickster Brocken bei den derzeit laufenden Arbeiten ist der Neubau des Faulturms. Zur Finanzierung dieses Projekts, das Anfang 2022 abgeschlossen sein soll, wurde im Haushaltsplan für 2021 eine Kreditsumme von 2,25 Millionen Euro, übrigens zu äußerst günstigen Konditionen, aufgenommen – wobei diese Geldaufnahme auch dem ebenfalls laufenden Bau eines neuen Gasspeichers dient (Kosten rund 566 000 Euro).

Insgesamt beläuft sich der Kredit über die Jahre verteilt auf 4,5 Millionen Euro. Der immer noch nicht richtig begonnene Bau einer Fahrzeug-, Maschinen- und Lagerhalle (wir berichteten) spielt im Haushalt 2021 keine große Rolle mehr, da er weitgehend bezahlt ist.

Insgesamt hat der 2021er--Etat des Abwasserverbandes ein Volumen von rund vier Millionen Euro. Die Verbandsversammlung segnete das Zahlenwerk einstimmig ab.

Eine Gebührenerhöhung für das Abwasser für die Bürger und die Betriebe steht, trotz der hohen Kreditaufnahme, 2021 nicht auf dem Zettel. Das verlautete am Rande der Zusammenkunft.

Im Klärwerk in Eißel sind fünf festangestellte Mitarbeiter beschäftigt. Für sie und ihren Chef Heinfried Maaß fand Verbands-Geschäftsführer Harald Hesse lobende Worte. „Im Vergleich zu anderen Kommunen wird hier mit einer eher dünnen Personaldecke überdurchschnittliche Arbeit geleistet, was den beteiligten Kommunen erhebliche Ausgaben erspart. Ganz nebenbei ist die Anlage in einem Top-Zustand.“  sp

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