Rathausensemble und Mittelweserszenerien

Fassadengestalter bemalt in Thedinghausen Garagenwände

 Waltraud Thalmann schaut Claus Lumma beim Bemalen in Airbrush-Technik zu
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Auftraggeberin Waltraud Thalmann schaut Claus Lumma beim Bemalen der Garagenwand in Airbrush-Technik zu

Thedinghausen – Was die Gestaltung von Grundstücken angeht, gibt es ja bei den Leuten in der Samtgemeinde unterschiedliche Meinungen. Das belegt die Diskussion um sogenannte Schottergärten. Und manchmal gibt es zur Straße hin weder Steine noch Grün, sondern viel Beton, in Form von Garagen nebst Pflasterflächen.

Das ist auch beim Neubau von Familie Thalmann am Quarnstedter Weg so. Das Paar hat dort für sich und seine Mieter im Mehrparteienhaus fünf weiße Betongaragen aufstellen lassen, deren massive Rückwände und eine Seitenwand weiß nach hinten zum Quarnstedter Weg beziehungsweise zur Blankenburger Straße gähnten. „Eine große Fläche, die nicht so schön ist“, fand denn auch Waltraud Thalmann. Nach kurzer Überlegung entschieden sie und ihr Mann Hans-Heiner, die Wände bemalen zu lassen. Über die Firma des Gatten knüpften sie Kontakt zum Bremer Fassadengestalter Claus Lumma. Seit ein paar Wochen kommt der hauptberufliche Sozialarbeiter nun nach seiner Nachtschicht in einer Obdachlosenunterkunft tagsüber nach Thedinghausen und malt.

Bis auf Details ist er schon so gut wie fertig: Zu sehen sind das Rathausensemble und hiesige Landschaften. Dabei verschwimmen die Zeiten. Denn Inspiration für die Skizze des heutigen Verwaltungssitzes war ein altes Foto aus dem vorvergangenen Jahrhundert, als er noch ein landwirtschaftliches Anwesen war. So hat der 41-Jährige den aktuellen Anbau weggelassen und dafür den alten Brunnen wieder vor das Rathaus gesetzt. Durch seine Eyterlandschaft schippert ein alter Torfkahn; im Hintergrund sieht man indes Windkraftanlagen und die Skyline einer fiktiven Stadt. Das Bild erinnert ein bisschen an Heiner Altmeppens Werke.

Carsten Lumma arbeitet von grob nach fein. „Ich habe abends die Skizze mit einem Overhead-Projektor an die Wände geworfen.“ Es folgten die Konturen der Gemälde, danach ging es Stück für Stück an die Feinheiten und die Ausarbeitung von Details. Mit dem Ergebnis, dass das Auge des Frosches dem Storch die Frage stellt, ob der ihn nun wirklich gleich fressen will. Und am Fuße des Rathausbaums wächst ein winzig Blümelein. Selbst an die Ohrmarken der Schwarz-Bunten hat Lumma gedacht.

Der Familienvater war als Jugendlicher „Vollsprayer“, wie es im Jargon heißt. Nachts „verzierte“ er Hauswände mit Graffiti. Später rutschte er in die legale Szene ab und nimmt seit 25 Jahren Auftragsarbeiten an, in Bremen und umzu, bis nach Hamburg, Thailand und Kroatien. Und in Thedinghausen zieren jetzt sehr sehenswerte Motive der Gemeinde und der Mittelweserregion bislang blanke weiße Wände.

www.c-airbrush.de

Das Thedinghauser Rathausensemble mit heute versetztem Brunnen

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