„Fair bringt mehr“: Projekttage an der Thedinghauser Gudewill-Schule / Straßenmusik und Erfahrungen im Rollstuhl

„Fairhalten“, „Fairhütung“, „Fairnaschen“

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Musiklehrer Martin Eichler wirft symbolisch die 410 Euro in den Gitarrenkasten, die die Bandklasse als Straßenmusiker für einen Schüler in Lesotho gesammelt hat

Thedinghausen - “Fair bringt mehr“. Dieses Motto beschäftigte die Schüler der Thedinghauser Gudewill-Oberschule im Rahmen eines mehrtägigen Projektes in vielfältiger Weise.

Ist es fair, wenn die Schülerinnen und Schüler in Thedinghausen eine Sporthalle, eine Aula und eine Mensa und vieles mehr haben – und die Kinder in einer Schule in Tibet nicht einmal Bänke? Im „Fair miteinander“ das „Fairhalten“ zu verbessern, das war das Ziel der 19 Projekte aus einem breiten Spektrum.

„Das Motto „Fair bringt mehr“ war das Ergebnis einer externen Selbstevaluation zu Beginn des Schuljahres. Um die Zufriedenheit aller Beteiligten zu erhöhen, haben sich die Schülerinnen und Schüler der Schule in einer solchen „Eigenbewertung“ Arbeitsschwerpunkte gesetzt“, berichtet Maria Eiken, die die Projekttage an der Gudewill Schule koordinierte. So wurde in dem Schuljahr erstmalig ein Schülersprechtag eingeführt.

Zum Schuljahresende entspricht nun die Schule dem Wunsch der Schüler, das Verhältnis zueinander zu verbessern.

Die Vielfalt der Projekte wurde auf dem Rundgang durch die Schule präsentiert. „Ich glaube, es ist uns ganz gut gelungen“, so Mara Eiken. Ob in der Projektgruppe „Fairspielen“ oder beim „Fairnaschen“ – hier wurde den Hintergründen der Schokoladenproduktion auf den Grund gegangen und alternative Ansätze mit „fairen Produkten“ kennengelernt.

Ins Zeug legte sich die Bandklasse mit ihrer Musik. Sie spielte in der Bremer Innenstadt als Straßenmusikanten für eine Schulpatenschaften in Lesotho Spenden ein. Die Bandklasse sammelt dabei übrigens über 400 Euro, die einem Schüler ein Jahr die Schulausbildung in Lesotho sichert.

Zur inklusiven Schule gehörte auch das provokante Thema „Bist du behindert, ey?“, das besonders stark angewählt wurde. Schülerinnen und Schüler lernten ganz praktisch, wie ein Leben mit Handicap gemeistert werden kann. So gab es bei der BASG in Bremen einen Praxistag. Der Schwerpunkt lag dabei darauf, zu erfahren, wie sich das Blindsein anfühlt und wie man sich im Rollstuhl arrangieren kann.

Beim Tibetprojekt, unterstützt von der ehemaligen Lehrerin Gabriele Klawitter, wurden die Schüler von Gerechtigkeistfragen angesteckt und druckten sogenannte „Windpferde“, die Wünsche aller Beteiligten mit in den Himmel nahmen.

Eine Gruppe von vier Jungs machte sich mit Hausmeister Volker von Hollen daran, Fundamente für die schon lange gelagerten Basketballkörbe zu gießen. Oder unter Anleitung von Gerd Marks hämmerten und schraubten Enrico, Elles, Jannik und Thorben in den Schulpausen und an einem Wochenende Bänke und Tische für die Terrasse der Mensa zusammen.

Auch der faire Umgang mit Sexualität wurde thematisiert. Zu einem „fairen“ Liebesleben in der Partnerschaft gehört in heutiger Zeit eine sichere „Fairhütung“. Katja de Groot und Anke Aufdermauer brachten die Sache ohne Drumherum ins Gespräch.

Viele andere Unternehmungen rundeten das Projekt ab. „Alle Beteiligten hoffen, dass das Ziel, das Verhältnis der Schulangehörigen zueinander zu verbessern, erfüllt worden ist“, so Maria Eiken.

ha

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