Dieter Tank und Ralf Heinemann von der IG Blender See beklagen geringe Sanierungsfortschritte

Ernüchterung

Die Sanierung des Sees kommt einfach nicht richtig in Gang – monieren Ralf Heinemann (li.) und Dieter Tank. Fotos: archiv

Blender – Dieter Tank und Ralf Heinemann sind die absoluten Aktivposten der Interessengemeinschaft (IG) Blender See, die sich dafür einsetzt, das ortsprägende Gewässer, das unter anderem stark verschlammt ist, zu sanieren.

Doch nun haben beide angekündigt, ins zweite Glied zurückzutreten. „Wir haben einen Teil unserer Ziele erreicht, nämlich die Probleme aufzuzeigen, unsere Vorstellungen und Erfahrungen in ein Konzept mit einzubringen und letztlich Lösungsansätze zu präsentieren“, erklärt der 70-jährige Dieter Tank. „Unsere Aufgabe ist es nicht, auch noch die Umsetzung in die Hand zu nehmen.“

So weit, so gut: Aber Dieter Tank und Ralf Heinemann fühlen sich auch von der Verwaltung und Teilen der Kommunalpolitik im Stich gelassen. Ralf Heinemann: „Die Motivation ist weg. Das ganze Verfahren dauert viel zu lange – viel länger, als es nötig getan hätte. Wir haben keinen echten Rückhalt gespürt. Wenn von uns etwas vorgestellt worden ist, haben alle genickt und waren dafür. Und passiert ist dann doch nichts Konkretes.“

Ralf Heinemann erinnert sich: „Schon im Juni 2018 wurde beschlossen, mit Sanierungsmaßnahmen umgehend zu beginnen. Wir warten heute noch.“

Dieter Tank und sein 74-jähriger Mitstreiter Ralf Heinemann bringen noch einmal die vier Hauptpunkte in Erinnerung, die sie im Sanierungsverfahren für wichtig halten und die auch vom jüngsten Gutachten empfohlen wurden. Die Kurzform:

1. Der Zufluss vom Waldsee zum See muss blockiert werden.

2. Eine Umleitung des Blender Grabens durch die Glockenkuhle in den See (zumindest die Prüfung dieses Schrittes).

3. Eine Grundwasserdränage vor den Wohnhäusern am See.

4. Die Entschlammung (Prüfung und gegebenenfalls Durchführung).

Alle diese Punkte haben letztlich das gleiche Ziel. Dieter Tank: „Der See braucht frisches und halbwegs sauberes und unbelastetes Wasser – also einen Durchlauf.“ Ralf Heinemann fügt hinzu: „Es muss gehandelt werden.“ Dieter Tank: „Für das Geld, das die Gutachten im Laufe der Jahre gekostet haben, hätte man fast den See sanieren können“.

Das IG-Führungsduo wird, sobald es die Corona-Einschränkungen zulassen, ein Meeting einberufen, zu dem alle 450 Mitglieder eingeladen werden sollen. Im Zuge dieser Zusammenkunft soll die IG auf inaktiv geschaltet werden. Tank und Heinemann unisono: „Wir wollen die Interessengemeinschaft nicht auflösen. Wir werden aber keine Aktivitäten mehr in Gang setzen – wenngleich wir natürlich bei Bedarf unseren Rat einbringen. Wir hoffen, dass sich künftig jüngere Leute in der IG – und nicht nur hier – im Ort für ihre Zukunft engagieren.“  sp

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