Opa Heinrich vermittelt seine große Leidenschaft weiter

Zu Besuch bei drei Generationen Taubenzüchtern in Morsum

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Die leidenschaftlichen Taubenzüchter der Morsumer Familie Meyer. Von links: Opa Heinrich, Jan, Simon und Heiner Meyer. Der hält hier ein Exemplar der Rasse Schlesische Kröpfer in den Händen, die Jan erfolgreich in Erfurt präsentiert hat. 

Morsum - Der siebenjährige Jan läuft eilig vorweg und zeigt den Weg zum Taubenschlag. Stolz präsentiert er seine weißen Schlesischen Kropftauben, mit denen er in Erfurt auf der Bundesjugendschau erfolgreich war.

„Hier guck, da sind die Täubinnen drin und in diesem Stall die Täuber“, erzählt der Nachwuchszüchter voller Freude. Unterschiede sind für einen Laien bei diesen herrlichen weißen Kropftauben nicht auszumachen. Erst nach einer detaillierten Erklärung ist alles auch für den Besucher erkennbar.

Jan und sein achtjähriger Bruder Simon eifern ihrem Vater in der Taubenzucht nach. Eigentlich aber fängt alles schon mit Opa Heinrich an.

„Das sind Opa seine“. Simon zeigt auf die roten Dänischen Tümmler. Es handelt sich nur um ein paar Exemplare – im Gegensatz zu den vielen schwarzen Dänischen Tümmlern von Heiner Meyer.

Seit mehr als 60 Jahren im Geflügelzuchtverein

„Ich bin nicht mehr der große Aussteller, ich bin mehr oder weniger für Pflege und das Füttern zuständig“, sagt Heinrich Meyer bescheiden. Seit über 60 Jahren gehört er dem Geflügelzuchtverein Morsum an und hat die Liebe zu seinen Tauben an seinen Sohn und die Enkelkinder weitergegeben.

Während man sich so über Taubenzucht, die Haltung und übers Futter unterhält, werden die beiden Jungs schon ganz unruhig und wollen einen weiteren Taubenschlag auf der anderen Hofseite zeigen.

„Da sind nur noch sechs Tauben drin“, sagt Jan. Es sind Spätjunge. Sie seien erst im Juli geschlüpft – zu spät für die Ausstellungen. Aber sie stammen Von Paaren, die in diesem Jahr die besten Jungtiere groß gezogen haben. Davon will ich noch welche für die Zucht behalten“, erklärt Heiner Meyer.

Und schon sind Simon und Jan wieder unterwegs – zum Taubenschlag mit den Alttieren. Auch hier sind Täuber und Täubinnen feinsäuberlich getrennt. Erst in rund vier Wochen beginnt die genaue Zuchtpaarzusammenstellung.

Hautnah dran am nationalen Siegerring

Das abgelaufene Ausstellungsjahr war für Heiner Meyer super erfolgreich, wenngleich das i-Tüpfelchen fehlte. Der 52-jährige Hausmeister bewarb sich mit seinen schwarzen dänischen Tümmlern um den goldenen Siegerring auf der Nationalen Geflügelschau in Erfurt. Über 20.000 Tauben waren dort ausgestellt. Vor seiner Rasse waren es knapp 500, die um den begehrten Ring miteinander konkurrierten.

Zwei Punkte haben gefehlt für den großen Coup. Mit 477 Punkten, errechnet aus den Bewertungen seiner fünf besten Tauben, belegte der Morsumer am Ende einen sehr guten fünften Platz und wurde dafür noch einmal extra ausgezeichnet.

„Die ersten drei Plätze gingen mit 479 Punkten weg“, ist Meyer dennoch nicht besonders traurig.

Die Chance auf den Siegerring gibt es im Leben auf eine Rasse jedoch meistens nur einmal. „Es sei denn, man wechselt die Taubenrasse wie seine Unterhose. Das ist aber nix für mich“, so Meyer. Über 30 Jahre züchtet er jetzt diese Rasse und will ihr auch in Zukunft treu bleiben.

Tauben haben gekränkelt

Simons Tauben waren nach den Kreismeisterschaften in Achim, wo er den Titel holte, ein bisschen krank. „Deswegen haben wir vorsichtshalber auf eine Meldung in Erfurt verzichtet. Aber jetzt sind alle wieder wohlauf, und wir bereiten uns auf die neue Saison vor“, erklärt Heiner seinen beiden Sprösslingen, warum die Thüringer Schildtauben zu Hause bleiben mussten.

„Hast du auch Tauben?“, werde ich gefragt. „Nein, nur Zwerghühner“, lautet die Antwort. „Hühner hat Opa auch. Guck, aber nur zum Eierlegen“.

Die beiden Jungs zeigen auf die kleine Herde Legehennen, bevor sie die Tür des Taubenschlages schließen und noch ganz schnell ihre Trophäensammlung zeigen möchten. - ha

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