Turnusgemäße Überprüfung durch Mittelweserverband: Bauten sind in Ordnung

Entwarnung nach Thedinghauser Deichschau

Den Blick stets nach unten und nach vorne gerichtet: Mittelweserverbands-Geschäftsführer Peter Neumann ist bei den Deichschauen mit seinem Team stets dabei – hier im Bereich Blender. Jeder Meter des Flutbollwerks, in der Samtgemeinde über 30 Kilometer entlang der Weser, wird zu Fuß abgelaufen.
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Den Blick stets nach unten und nach vorne gerichtet: Mittelweserverbands-Geschäftsführer Peter Neumann ist bei den Deichschauen mit seinem Team stets dabei – hier im Bereich Blender. Jeder Meter des Flutbollwerks, in der Samtgemeinde über 30 Kilometer entlang der Weser, wird zu Fuß abgelaufen.

Samtgemeinde – Vor einigen Tagen berichteten wir über ein mögliches Extremhochwasser und seine Auswirkungen (Kreis und Region vom 18. Oktober) Nach Abschluss der Deichschauen im Bereich der Samtgemeinde Thedinghausen entlang der Weser von der Kreisgrenze Nienburg (Oiste) bis zur Kreisgrenze Diepholz (Riede-Bollerholz) kann Verbandsingenieur Thomas Henrichmann allerdings für diesen Bereich Entwarnung geben:

Die Deiche sind in Ordnung.

Henrichmann: „Die Standsicherheit ist gegeben, und die Höhe würde einem Jahrhunderthochwasser trotzen. Allerdings macht uns, und vor allen den Schäfern, der starke Krautbewuchs zu schaffen. Nach den vergangenen drei Jahren, in denen aufgrund von Trockenheit nur wenig Kraut den Deichgrund zierte, hat der in diesem Jahr vergleichsweise nasse Sommer den unerwünschten Pflanzenbewuchs in die Höhe schnellen lassen. Das können die Schafe alleine nicht schaffen. Und beim Mulchen oder Mähen des hohen Krauts kann dieses aus dem Deich herausgerissen werden, was zu Schäden im Boden führt, oder das liegende Mähgut ist eine Fäulnisquelle, was wiederum ebenfalls den Boden schädigt.“ Zum Hintergrund: Kurzes Gras sorgt für die beste Wurzeldurchwachsung und schützt damit letztlich den Deich. Hendrichmann: „Alles in allem haben wir die Sache aber gut im Griff.“

Das Deichschart an der Landesstraße in Werder. Kann dies nicht geschlossen werden, nützen auch die sichersten Deiche nichts.

Stark als Schädlinge im Kommen sind die Nutrias. So niedlich sie sein mögen – richten sie doch großen Schaden mit ihren unterirdischen Bauten an. Thomas Henrichmann: „Zum Glück halten sich die Nutrias im Bereich der Samtgemeinde verstärkt in den Kolken oder anderen Gewässern in Deichnähe auf – und nicht direkt im Deichkörper. Auch nennenswerte Schäden durch Bisamratten und Mäuse haben wir bei unseren Begehungen nicht feststellen können.“ Und Wildschweine, die auch gerne den Boden umpflügen, gebe es in der Samtgemeinde Thedinghausen quasi nicht.

Was außer dem reinen Deichkörper auch regelmäßig inspiziert werden muss, sind übrigens die Deichscharte. Davon gibt es im Bereich der Samtgemeinde mehrere, das mit Abstand größte ist an der Landesstraße 156 bei Werder. Werden diese Fluttore nicht rechtzeitig geschlossen oder das „Dichtmachen“ funktioniert nicht, nützt der sicherste Deich nichts. Dann könnten die Fluten durch diese Deichscharte ungehindert ins Hinterland laufen. Thomas Henrichmann berichtet: „Die Balken aus Holz oder Aluminium, die in die vorgegebenen Halterungen eingesetzt werden, lagern für Werder im Schöpfwerk in Eißel. Andere Lagerungsorte sind Bauhöfe oder von Landwirten angemietete Scheunen. Nach einem vorgegeben Alarmplan, der sich an den Pegeln flussaufwärts orientiert, werden die Deichscharte nach Absprache mit der Kommune geschlossen. Die Lagerorte werden ebenfalls regelmäßig überprüft – beispielsweise ob die Schlösser zu den Räumen noch funktionieren – wie auch die Balken selbst. Schließlich kann Holz auch mal mürbe werden.“ Zumindest die kleineren Deichscharte, wie beispielsweise zum Thedinghauser Kaperdeich, sollen übrigens über kurz oder lang in Überfahrten umgewandelt werden. Damit entfallen dann zumindest für diese Bauten die Abschottungsmaßnahmen im Falle eines Falles.  sp

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